Bitterer Nebengeschmack

Ständige Verfügbarkeit, niedrige Preise, einheitliches Aroma: Wenn die Industrie Kaffee verkauft, muss das kein Beinbruch sein. Oft aber sind die Auswirkungen für alle Beteiligten bedenklich. Ein Überblick:

1. Die Bauern

Je günstiger, desto besser: Nach diesem Motto kaufen viele Verbraucher im Supermarkt ihren Kaffee. Entsprechend unterbieten sich die großen Anbieter mit immer neuen Tiefpreisen. Zu den Leidtragenden zählen die Bauern in den Erzeugerländern – von Brasilien über Indien bis Vietnam. Weniger als 2 Cent pro Tasse Kaffee komme im Durchschnitt im Heimatland der Bohnen an, rechnete kürzlich der Journalist und Kaffee-Aktivist Fernando Morales-de la Cruz in der britischen Tageszeitung The Guardian vor.

Vom Preis eines Kaffees der US-amerikanischen Kette Starbucks gehen dem Experten zufolge gerade 2 Prozent an die Produzenten. Wo genau das Geld ankommt, ist zudem oft undurchsichtig. Gerade in Südamerika zweigen regelmäßig Zwischenhändler den Großteil ein und treiben die Bauern so weiter in die Armut.

  

2. Die Umwelt

Dumpingpreise in den Discountermärkten der westlichen Welt hinterlassen ihre Spuren in der Natur der Erzeugerländer. Um Bohnen in rauen Massen produzieren zu können, behandeln die Bauern sie mit gesundheits- und umweltschädlichen Pestiziden. Diese sickern in die Böden und ins Grundwasser und gefährden so die Artenvielfalt und die Gesundheit der Einheimischen.

Dazu kommt, dass die Kaffeepflanzen großer Plantagen häufig Monokulturen bilden. Anders als ihre Vorfahren wachsen die auf hohen Ertrag gezüchteten Pflanzen nicht mehr im Schatten von Bäumen und zusammen mit zahlreichen anderen Pflanzen. Und wo die Vielfalt der Pflanzen sinkt, sinkt die Zahl der Tiere.

 

3. Die Verpackung

Sie sind bunt, sie sind exakt portioniert, sie sind praktisch: Kaffeekapseln sind der große Trend auf dem Massenmarkt. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland knapp 3 Milliarden Kapseln verbraucht. Gute Nachrichten für die Großkonzerne, schlechte für die Umwelt. So besteht die Hülle mancher Kapseln etwa aus Aluminium, das in der Herstellung extrem viel Energie verbraucht.

Darüber hinaus holzen die Aluminiumhersteller Regenwald ab und produzieren giftigen Rotschlamm. In Sachen Recycling sind Aluminiumkapseln vorbildlich, doch allzu oft landen sie im Restmüll. Außerdem ist für die Produktion neuer Alukapseln immer neues Aluminium notwendig. Echte Nachhaltigkeit sieht anders aus. Noch düsterer sieht die Abfallproblematik bei Kapseln aus Kunststoff aus.

  

4. Die Qualität

Um ihren Kaffee billig anbieten zu können, sparen Konzerne an den Bohnen selbst. So verwenden viele Anbieter Bohnen der Sorte Robusta von verblüffend niedriger Qualität. Diese stammen oft aus Massenplantagen in Vietnam und sind in ihrem Lieferzustand ungenießbar, weswegen sie die Anbieter vor dem Rösten bedampfen, was den Geschmack mehr oder weniger neutralisiert.

Nur gemahlen und vermischt mit aromatischeren Bohnen der Sorte Arabica schmecken diese Erzeugnisse ansatzweise nach Kaffee. Zudem enthalten die gelieferten Bohnen bis zu zwei Prozent Fremdbestandteile wie Stiele oder Häutchen. Das liegt im Rahmen des rechtlich Erlaubten, kommt bei sorgfältigen Röstern aber kaum vor.

 

5. Die Röstung

Wer massenweise Bohnen verkaufen will, muss sie massenweise verarbeiten. Dabei greifen manche Industrieunternehmen auf Methoden zurück, die den späteren Genuss mindern. Um beim Rösten Zeit zu sparen, schütten sie die grünen Bohnen in riesige Tanks, blasen 600 Grad heiße Luft hinein und holen sie nur eine Minute später heraus. So effizient die Methode ist, für die Bohnen hat sie fatale Folgen. Sie erhitzen nur von außen, aber nicht im Kern. Mit anderen Worten: Die Röstung bleibt oberflächlich – und dadurch auch das Aroma.

Dieses können sie nur entfalten, wenn die Röstung auf ihre individuellen Eigenschaften abgestimmt ist, die Temperaturen zirka 220 Grad nicht überschreiten und sie zwischen 15 und 20 Minuten in der Rösttrommel bleiben. So also, wie es die meisten Kleinröstereien täglich praktizieren. Genauso wie sie darauf achten, dass die Bauern unter fairen Bedingungen produzieren, der Anbau im Einklang mit der Natur steht, die Verpackung umweltfreundlich ist und die Qualität der Bohnen stimmt. Es ist ein Unterschied, den man schmecken kann.

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Themen: Kaffeebohnen
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