Die besten Kaffee-Anbaugebiete: Was macht ein Kaffeeland aus?

Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem kein Kaffee getrunken wird. Ein alter Hut, schließlich ist er eines der wichtigsten Exportgüter überhaupt. Viel überraschender ist, dass man seine Wurzeln in über 85 Ländern finden kann!

Exzellenter Kaffee ist wie guter Wein. Jede einzelne Bohne wird geprägt durch die Bedingungen, unter denen sie angebaut wurde. Nur wenn der Boden, der Standort, die Wetterbedingungen und die Anbaumethoden ideale Voraussetzungen schaffen, gedeiht Rohkaffee von höchster Qualität.

Die Kaffeepflanze benötigt bestimmte klimatische Bedingungen und wächst optimal in Äquatornähe. Die zarten Pflänzchen sind nämlich anspruchsvoll. Sie brauchen ein wohltemperiertes, feucht-trockenes Wechselklima. Extreme Hitze oder Frost machen ihnen zu schaffen. Wichtige Faktoren für den Anbau sind größere Höhen, halbschattige Plätze, moderater Niederschlag und mäßige Winde: Also von allem etwas, aber nie zu viel!

Was bezeichnet man als „Kaffeegürtel“?

Liegt ein Land zwischen dem 23. nördlichen und dem 25. südlichen Breitengrad, sind die klimatischen Verhältnisse für den Kaffeeanbau optimal. Dieser Streifen zieht sich um den gesamten Globus und ist der sogenannte Kaffeegürtel der Erde. Alle großen Kaffeeländer liegen am oder nahe des Äquators zwischen den Wendekreisen.

Mittlerweile wird in über 85 Ländern der Welt Kaffee angebaut. So findet man das braune Gold nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und Ozeanien. Ebenso in Süd- und Mittelamerika, sowie in Nordamerika und in der Karibik.

Die Top 5 der größten Kaffeeländer

Aus welchen Ländern kommt unser Kaffee aber genau? Hier lohnt sich der Blick auf die fünf größten Player weltweit. Dabei fällt auf: Lediglich einer von ihnen stammt aus Afrika - der Wiege der Kaffeekultur.

Kaffeeland Platz 5: Äthiopien.

Kaffee ist der wichtigste Rohstoff im Land und 15 Millionen Menschen leben von ihm. Doch trotzdem schafft es das vermeintliche Ursprungsland des Kaffees „nur“ auf den letzten Rang.

Äthiopien hat drei Kaffeeanbaugebiete, die alle eine eigene und unverwechselbare Geschmacksnote produzieren. In Harrar wächst der Kaffee dank des heißen Wüstenklimas in höheren Lagen, was ein vollmundiges und saures bis weinartiges Aroma zur Folge hat. Einige der besten Kaffeesorten aus Harrar haben eine ausgeprägte Heidelbeer- oder Brombeernote, die als exotisch gilt.

Die anderen beiden Anbaugebiete Äthiopiens liegen in Sidamo und im Westen des Landes. Yirgacheffe, eine Region in Südwest-Äthiopien, ist besonders für ihren Kaffee mit einem blumigen Zitrusaroma bekannt. Einige Sorten aus Yirgacheffe haben sogar einen unverkennbaren Erdbeergeschmack. In Limu und Gimbi im Westen Äthiopiens findet man noch süßere Aromen, deren Säuregehalt im Vergleich sehr niedrig ist.

Kaffeeland Platz 4: Kolumbien

Ähnlich wie in Guatemala, findet man in Kolumbien sehr vielseitige Anbaugebiete. Die Berge des Landes schaffen für den Anbau viele verschiedene Mikroklimas. Durch sie bekommen die Bohnen eine reiche Palette an unterschiedlichen Noten und locken Kaffeekäufer aus aller Welt an.

Was in Kolumbien allerdings besonders ist: Durch die Wetterbedingungen erfolgt die Kaffeeernte gleich zweimal im Jahr. Die Haupternte findet im Mai statt, nur ein halbes Jahr später wird im November wieder geerntet – diese zweite Ernte fällt in der Regel jedoch kleiner aus.

Kaffee aus Kolumbien zeichnet sich durch ein reichhaltiges, intensives Aroma und eine cremige Konsistenz aus. Zudem sind ein ausgewogener Säuregehalt und ein außergewöhnlicher Geschmack mit einer Toffee- oder Schokoladennote typisch. Diese Eigenschaften machen den kolumbianischen Kaffee zum perfekten Single Origin für Ihre heimische Kaffeebar.

Kaffeeland Platz 3: Indonesien

Mit gleich drei ertragsreichen Anbauregionen (Sumatra, Sulawesi und Java) liegt Indonesien auf Platz 3 der Weltrangliste. Es war das erste nicht afrikanische Land, das Kaffee in rauen Mengen anbaute. Heute bringt das Land den vielleicht bekanntesten, wenn auch eigentümlichsten Kaffee hervor: Den Kopi Luwak, der als „Katzenkaffee“ bekannt ist.

Die meisten der indonesischen Kaffeesorten sind eine unbekannte Mischung vieler verschiedener Arten. Unter Liebhabern gilt dieser Kaffee mit seinem vollmundigen und grasigen Aroma als sehr speziell im Geschmacksprofil. Seine Noten erinnern an grünen Pfeffer oder Zedernholz. Einige Kaffeebauern in Indonesien haben deshalb damit begonnen, nur noch ausgesuchte Kaffeepflanzen anzubauen, welche zu einer süßen und allgemein leichteren Geschmacksnote führen.

Kaffeeland Platz 2: Vietnam

Mittlerweile findet man Exoten wie eine Kopi Luwak auch im Nachbarland Vietnam – mit 14 Prozent Weltmarktanteil zweitgrößter Exporteur. Das Land baut neben dem speziellen „Katzenkaffee“ in Kleinauflage überwiegend Canephora-Bohnen (Robusta-Bohnen) an.

In Vietnam gibt es eine von der Regierung begrenzte Fläche von ca. 630.000 Hektar für den Kaffeeanbau. Da man dem Land immer wieder Preisdumping vorwirft, wird der Anbau stark eingeschränkt. Die Qualität des Kaffees ist äußerst unbeständig. Beim überwiegenden Teil der dort produzierten Bohnen handelt es sich um eine sehr durchschnittliche Güteklasse.
Hochwertigen Kaffee aus Vietnam findet man selten. Wer ihn entdeckt, darf sich aber freuen: die Bohnen überzeugen mit tollen Noten von Nuss und Schokolade.

Kaffeeland Platz 1: Brasilien

Das Land macht sich im Kaffeegürtel so breit, dass der erste Platz wenig verwunderlich ist. Über 35 Prozent des Weltmarktes gehen auf seine Kappe. Fällt hier der Preis, dann kippt er auch an allen anderen Orten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Anbauländern verzehrt die Hälfte der Bevölkerung den erzeugten Kaffee selbst.

Der Kaffee in Brasilien wird vielerorts trocken verarbeitet. Das bedeutet, die Kaffeekirschen werden direkt nach der Ernte sortiert und zum Trocknen ausgelegt. Die als Samen bezeichneten Bohnen befinden sich für die gesamte Trocknungszeit in der Kaffeekirsche. Durch diesen Aufbereitungsprozess trocknen die Bohnen im Fruchtfleisch und sie erhalten dadurch einen höheren Anteil an Fruchtzucker. Das hinterlässt im Geschmack eine dezent süßliche Note. Die Kombination von dieser Süße und der typischen Vollmundigkeit macht brasilianischen Kaffee sehr beliebt.

Kaffeeländer und ihre „Exoten“

Jamaica: Kaffee als Luxusgut erlebt einen bemerkenswerten Boom und erinnert in vielerlei Hinsicht an Entwicklungen in der Weinszene. Zu einer der exklusivsten und gefragtesten Marke der Welt zählt der in edle Holzfässer gefüllte Jamaica Blue Mountain. Der Anbau erfolgt auf bis zu 1.700 Höhenmetern. Durch niedrige Temperaturen im Anbaugebiet, viel Niederschlag und Nebel ergibt sich ein langsames Wachstum. Das bringt eine tiefgründige Aromaausprägung mit sich. Man bezeichnet den Jamaica Blue Mountain gerne als Champagner oder König des Kaffees.

Indonesien: Kopi Luwak ist mittlerweile ein eingetragener Markenname und wird vorrangig nur für Kaffee von den indonesischen Inseln Sumatra, Java und Sulawesi genutzt – und das auch nur nach genauer Prüfung. Geringere Mengen Kopi Luwak kommen auch aus Vietnam und Osttimor. Überall dort also, wo die Zibet- oder Schleichkatze, besonders der Fleckenmusang, heimisch ist.

Katzenkaffee aus den Bergen Südmindanaos auf den Phillippinen wird unter dem Namen Kape Alamid oder Phillippine Civet Kaffee verkauft. Aus Äthiopien oder Indien kommt ebenso Kaffee, der von Zibetkatzen verdaut wurde.

Thailand: Dort setzt man übrigens nicht auf Schleichkatzen, sondern auf ungleich größere „Helfer“ - den Elefanten. Bei den Dickhäutern ist der Vorteil, dass man mehr „erntet“ als bei kleinen Kätzchen. Die Tiere werden mit den in den Bergen wachsenden Thai-Arabica-Bohnen gefüttert. Der daraus gefertigte Kaffee findet unter dem Namen „Black Ivory“ – also schwarzes Elfenbein – seinen Weg in die Spezialitätenhäuser.

Fazit:

Ob Exot oder Kaffeeriese, ob Honduras oder Indien – jedes Kaffeeland und jede Region innerhalb eines Landes, weist ihr eigenes charakteristisches Kaffeegeschmacksprofil auf. Die Aufbereitung, der Anbau und die Kaffeesorte im jeweiligen Land spielen dabei eine tragende Rolle.

Im Endeffekt bleibt sowieso alles Geschmackssache. Gut zu wissen, dass es über 85 Kaffeeländer gibt, durch die wir uns probieren können.

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