Moni Grasser | 09.11.2017

Die besten Kaffee-Anbaugebiete: Was macht ein Kaffeeland aus?

kaffeeland

In fast allen Ländern auf der Welt wird Kaffee getrunken. Dies verwundert kaum, angesichts seiner Rolle als ein wichtiges Exportgut in allen Ecken der Welt. Viel erstaunlicher ist jedoch, dass Kaffee in über 85 Ländern weltweit Wurzeln hat!

Guter Kaffe ähnelt in vielerlei Hinsicht gutem Wein: Wie auch die einzelne Traube wird die Qualität der einzelnen Bohne durch Faktoren wie Standort, Wetterbedingungen oder den Boden beeinflusst. Und in nur ganz wenigen Teilen der Erde ermöglichen die vorhandenen Bedingungen den Anbau von Rohkaffe höchster Qualität.

Die Kaffeepflanze benötigt bestimmte klimatische Bedingungen und wächst optimal in Äquatornähe. Die zarten Pflänzchen sind nämlich anspruchsvoll, nur in feuchtem, warmem Klima können sie zu aromatischen Bohnen heranreifen. Extreme Hitze oder Frost machen ihnen zu schaffen. 

Was bezeichnet man als „Kaffeegürtel“?

Die Äquatorgegend ist aus diesem Grund für den Kaffeeanbau besonders geeignet. Aus diesem Grund werden Länder zwischen dem 23. und 25. Breitengrad als dem "Kaffeegürtel" angehörig gesehen. Das heißt dass Kaffee nicht nur in Afrika sondern auch in 85 Ländern in Süd- und Mittelamerika, der Karibik, Nordamerika, Ozeanien und Asien angebaut wird. 

Die Top 5 der größten Kaffeeländer

Aus welchen Ländern kommt unser Kaffee aber genau? Überraschenderweise ist nur eines der fünf Hauptproduktionsländer für Kaffe in Afrika, der Wiege des aromatischen Heißgetränks.

Kaffeeland Platz 5: Äthiopien.

Mit 15 Millionen Arbeitstätigen in der Branche ist der Kaffeeanbau der wichtigste Industriezeig des Landes. Doch trotzdem schafft es das Ursprungsland des Kaffees „nur“ auf den letzten Rang.

Äthiopien hat drei Kaffeeanbaugebiete, die alle eine eigene und unverwechselbare Geschmacksnote produzieren. In Harrar wächst der Kaffee dank des heißen Wüstenklimas in höheren Lagen, was ein vollmundiges und saures bis weinartiges Aroma zur Folge hat. Einige der besten Kaffeesorten aus Harrar haben eine ausgeprägte Heidelbeer- oder Brombeernote, die als exotisch gilt.

Die anderen beiden Anbaugebiete Äthiopiens liegen in Sidamo und im Westen des Landes. Yirgacheffe, eine Region in Südwest-Äthiopien, ist besonders für ihren Kaffee mit einem blumigen Zitrusaroma bekannt. Einige Sorten aus Yirgacheffe haben sogar einen unverkennbaren Erdbeergeschmack. In Limu und Gimbi im Westen Äthiopiens findet man noch süßere Aromen, deren Säuregehalt im Vergleich sehr niedrig ist.

Kaffeeland Platz 4: Kolumbien

Ähnlich wie in Guatemala, findet man in Kolumbien sehr vielseitige Anbaugebiete. Die Berge des Landes schaffen für den Anbau viele verschiedene Mikroklimas. Durch sie bekommen die Bohnen eine reiche Palette an unterschiedlichen Noten und locken Kaffeekäufer aus aller Welt an.

Was in Kolumbien allerdings besonders ist: Durch die Wetterbedingungen erfolgt die Kaffeeernte gleich zweimal im Jahr. Die Haupternte findet im Mai statt, nur ein halbes Jahr später wird im November wieder geerntet – diese zweite Ernte fällt in der Regel jedoch kleiner aus.

Kaffee aus Kolumbien zeichnet sich durch ein reichhaltiges, intensives Aroma und eine cremige Konsistenz aus. Zudem sind ein ausgewogener Säuregehalt und ein außergewöhnlicher Geschmack mit einer Toffee- oder Schokoladennote typisch. Diese Eigenschaften machen den kolumbianischen Kaffee zum perfekten Single Origin für Ihre heimische Kaffeebar.

Kaffeeland Platz 3: Indonesien

Indonesien weist drei wichtige Anbaugebiete für Kaffe auf: Sulawesi, Java und Sumatra. Heute bringt das Land den vielleicht bekanntesten, wenn auch eigentümlichsten Kaffee hervor: Den Kopi Luwak, der als „Katzenkaffee“ bekannt ist.

Die meisten der indonesischen Kaffeesorten sind eine unbekannte Mischung vieler verschiedener Arten. Unter Liebhabern gilt dieser Kaffee mit seinem vollmundigen und grasigen Aroma als sehr speziell im Geschmacksprofil. Seine Noten erinnern an grünen Pfeffer oder Zedernholz. Einige Kaffeebauern in Indonesien haben deshalb damit begonnen, nur noch ausgesuchte Kaffeepflanzen anzubauen, welche zu einer süßen und allgemein leichteren Geschmacksnote führen.

Kaffeeland Platz 2: Vietnam

Mittlerweile findet man Exoten wie eine Kopi Luwak auch im benachbarten Vietnam – zweitgrößter Exporteur mit 14% Anteil am gesamten Weltmarkt. Das Land baut neben dem speziellen „Katzenkaffee“ in Kleinauflage überwiegend Canephora-Bohnen (Robusta-Bohnen) an.

In Vietnam gibt es eine von der Regierung begrenzte Fläche von ca. 630.000 Hektar für den Kaffeeanbau. Da man dem Land immer wieder Preisdumping vorwirft, wird der Anbau stark eingeschränkt. Auch die Qualität schwankt massiv, zumeist handelt es sich um mittelmäßige Ware.
Hochwertigen Kaffee aus Vietnam findet man selten. Wer ihn entdeckt, darf sich aber freuen: ein tolles Nuss und Schokoladenaroma zeichnet die Bohnen aus.

Kaffeeland Platz 1: Brasilien

Das Land macht sich im Kaffeegürtel so breit, dass der erste Platz wenig verwunderlich ist. Am Weltmarkt mischt das Land mit stolzen 35% Anteil mit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Anbauländern verzehrt die Hälfte der Bevölkerung den erzeugten Kaffee selbst.

Der Kaffee in Brasilien wird vielerorts trocken verarbeitet. Das bedeutet, die Kaffeekirschen werden direkt nach der Ernte sortiert und zum Trocknen ausgelegt. Die als Samen bezeichneten Bohnen befinden sich für die gesamte Trocknungszeit in der Kaffeekirsche. Durch diesen Aufbereitungsprozess trocknen die Bohnen im Fruchtfleisch und sie erhalten dadurch einen höheren Anteil an Fruchtzucker. Das hinterlässt im Geschmack eine dezent süßliche Note. Die Kombination von dieser Süße und der typischen Vollmundigkeit macht brasilianischen Kaffee sehr beliebt.

Fazit:

Das Wunderbare an so einer großen Anzahl an Kaffeeländern ist, dass man eine schier unendliche Auswahl an einzigartigen Aromen und Geschmacksnoten hat. So einzigartig wie die einzelnen Länder sind auch die Geschmacksnoten, so dass sich für jeden etwas finden lässt. Wir helfen Ihnen gerne, Ihr "persönliches" Kaffeeland zu finden. 

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