Guide: Vakuumbereiter: Welche Kaffeezubereitung passt zu mir? Folge 6

Nicht viele Menschen kennen den Kaffee-Vakumbereiter, ein spektakulär aussehendes Gerät. Gaskocher, Glaskolben und Steigrohr kennen wir eher aus der Schulzeit. Vielleicht haben Sie schon den Begriff Glaskolben-Kaffeemaschine, Syphon, Perkolator, Sintrax oder Cona-Kanne gehört. Das sind alles Bezeichnungen für diese schöne Art der Kaffeezubereitung.

Dabei wird zwar mit Druck gearbeitet, die eigentliche Kaffeezubereitung ähnelt aber eher dem Filterverfahren. Das Wasser wird im unteren Teil erhitzt und durch den entstehenden Druck nach oben gedrängt. Dort vermengt es sich mit dem Kaffeemehl und läuft nach der Hitzereduktion wieder nach unten in das Auffanggefäß.

Herkunft des Syphon-Kaffeebereiters

Ob es stimmt, dass bereits Ludwig van Beethoven diese Zubereitungsmethode liebte, ist ungewiss. Offiziell datiert der erste Vakuumbereiter im Jahr 1830. Die Jenaer Schott-Glaswerke produzierten Modelle in Zusammenarbeit mit verschiedenen Designern. Die Sintrax avancierte zu einem Designobjekt des Bauhaus-Stils.

Allgemein gesagt ist die Zubereitungsmethode etwas für Liebhaber. Für den Massengebrauch erscheint die Funktionsweise zu schwierig oder zu umständlich. Aber vielleicht täuscht uns die Optik und es handelt sich um eine tolle Art der Kaffeezubereitung? Wir schauen uns das schöne Stück deshalb genauer an:

Was spricht für einen Vakuumbereiter?

Wer sich zu Schulzeiten in Chemielaboren zuhause fühlte, wird den Kaffee-Vakuumbereiter lieben. Die Zubereitung sieht spektakulär aus. Zwei kugelartige Gefäße sitzen übereinander und das Wasser im unteren Teil gelangt durch den entstehenden Druck in das obere Behältnis. Nach der Hitzereduktion fließt der Kaffee wieder nach unten.

Sind Sie Liebhaber von Espressobohnen? Kein Problem. Sie können die Bohnen ebenso mahlen und überbrühen! Sie ergeben einen kräftigeren Geschmack. Wie bei allen Kaffeezubereitungen geht es darum, dass Ihnen der Kaffee schmeckt! Bekannte Hersteller sind Hario, KitchenAid und Bodum. Bei Letzterem erhalten Sie auch eine elektrische Ausführung, das ist dann der ePebo.

Nach dem Abkühlen sinkt der fertige Kaffee in den unteren Glaskolben ab. Der Kaffeesatz bleibt im oberen Glaskolben zurück, dank eines eingebauten Filters aus Stoff, Metall oder Glas. So gelangt kein Beigeschmack nach Papier in den Kaffee. 

Sofern man alles richtigmacht, schmeckt der Kaffee aus der Syphon-Kaffeemaschine auf jeden Fall sehr rund und ausgewogen! Der Clou ist die Kombination aus der Immersions-Methode, (wie bei der Stempelkanne/ French Press) und dem eingebauten Filter. Das verspricht die volle Entfaltung der Aromen ohne Kaffeesatz im Munde.

Wie funktioniert ein Vakuumbereiter?

Die Ähnlichkeit mit der italienischen Herdkanne (Bialetti) kommt nicht von ungefähr. Auch hier funktioniert das Kaffeekochen in umgekehrter Reihenfolge. Anders als bei normalen Kaffeemaschinen läuft das Wasser nicht von oben nach unten durch das Kaffeepulver.

Welcher Kaffee ist am besten geeignet?

Wählen Sie für den Anfang einen mittelkräftigen Kaffee. Das ist ein guter Ausgangspunkt, um die Eigenheiten dieser Kaffeezubereitung zu entdecken. Anschließend können Sie spielen: Verändern Sie den Mahlgrad oder probieren Sie je nach Geschmack einen kräftigeren oder milderen Kaffee aus. Sehr gut geeignet sind zum Beispiel unsere handgerösteten Bohnen der "Aßlinger Mischung". Bestellen Sie Ihren Kaffee oder Espresso online – in der Kaffeemanufaktur Martermühle finden Sie die passenden Bohnen:

Zubereitung und Mengenangaben

Die Zubereitung ist überraschend simpel. In den unteren Glaskolben Wasser einfüllen und erhitzen. In den oberen Glaskolben geben Sie das Kaffeepulver. Durch die Erhitzung steigt das Wasser nach oben, vermengt sich mit dem Kaffee und läuft wieder nach unten, sobald Sie die Hitzequelle entfernen.

Wenn Sie Bodum hören, denken Sie bestimmt gleich an die Stempelkannen (French Press), für die wir den Kaffee etwas gröber mahlen. Nicht so bei der Siphon-Kaffeebrühvariante. Mahlen Sie den Kaffee lieber fein, sogar eine Espressomahlung funktioniert. Bei einem feineren Mahlgrad erhalten Sie mehr Aroma und Geschmack. Der Kaffee könnte Ihnen auch zu kräftig oder bitter schmecken, probieren Sie es aus!

Welchen Kaffee nimmt man für den Vakuumbereiter?

Das ist eine reine Geschmackssache. Bevorzugen Sie fruchtigen, schokoladigen oder nussigen Kaffee? Kräftig oder mild? Alles geht und schmeckt! Am besten eignet sich wie immer frisch gemahlener Kaffee. Wenn Sie keine Kaffeemühle besitzen, kaufen Sie Ihren gemahlenen Kaffee in kleineren Abständen, damit er möglichst frisch ist. Die Wassermenge ist abhängig von dem Modell des Vakuumbereiters. Orientieren Sie sich an den Richtwerten des Herstellers. Wenn Sie kalkhaltiges Wasser benutzen, entwickeln sich die Aromen nicht so gut. In diesem Fall sollten Sie das Wasser filtern.

Achten Sie bei der Dosiermenge auf Ihren eigenen Geschmack. Der allgemeine Richtwert von 60 Gramm auf einen Liter Kaffee erscheint uns für den Vakuumbereiter zu gering. Aber das sehen Sie vielleicht ganz anderes. Testen, probieren und genießen Sie! Kaffeetrinken ist ein Erlebnis der besonderen Art. Was riechen Sie, schmecken und sehen Sie? Lassen Sie sich ein auf das Sensorik-Abenteuer und bereiten Sie Ihren Kaffee immer mit Ruhe und Genuss zu!

Und so geht die Zubereitung mit dem Vakuumbereiter:

Die Kaffeezubereitung mit einem Syphon-Kaffeezubereiter ist jedes Mal ein Erlebnis. Es geht kinderleicht und ermöglicht den puren Kaffeegenuss. Die Kaffeezubereitung ist unkomplizierter als man denkt: Füllen Sie Wasser in den unteren Behälter, am besten vorgewärmt und bei Bedarf gefiltert. Geben Sie den (frisch) gemahlenen Kaffee in das obere Gefäß und positionieren Sie das Gerät über der Hitzequelle. Durch das Erhitzen des unteren Kolbens entsteht ein Überdruck. Dadurch steigt das Wasser langsam in den oberen Behälter.

Wir empfehlen, die Hitze jetzt zu verringern. Der Kaffee erhitzt sich trotzdem, aber er verbrennt nicht und behält seine vielfältigen Aromen. Sie können gerne einige Male umrühren, dadurch verteilt sich das Kaffeepulver gut. Warten Sie ca. 60 Sekunden und entfernen Sie dann die Hitzequelle. Bei zu langer Kontaktzeit neigt der Kaffee dazu, bitter zu schmecken.

Durch den Temperaturabfall entsteht im unteren Gefäß ein Vakuum. Dieses saugt das Kaffeewasser durch den Filter zurück in den unteren Kolben. Der Kaffeesatz bleibt im Filter hängen. Nehmen Sie den oberen Teil ab und servieren Sie den Kaffee direkt aus dem unteren Teil.

Extra-Tipp: Liebhaber eines stärkeren Kaffees belassen das Wasser länger im oberen Bereich. Das heißt, Sie nehmen die Hitzequelle nicht so schnell weg, wie der durchschnittliche Kaffeetrinker. Probieren Sie es aus und entdecken Sie Ihren Lieblingskaffee!

Was spricht dagegen?

Der Vakuum-Kaffeebereiter erfordert mehr Zeit als die meisten anderen Zubereitungsmethoden. Er eignet sich nicht für eine schnelle Tasse Kaffee. (Wenn Sie warmes Wasser in den unteren Behälter geben, geht es schneller). Wenn Sie eine schnelle Zubereitung wünschen und keinen Wert auf Optik legen, ist diese Zubereitung nicht geeignet für Sie.
Falls Sie einen Induktionsherd haben, informieren Sie sich vor dem Kauf eines Vakuumbereiters über das gewünschte Exemplar. Die meisten Modelle sind nicht für Induktion geeignet.

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