Kaffee-Fairtrade-Siegel und ihre Bedeutung

Auch Kaffeetrinker legen immer mehr Wert auf bewussten Genuss beim Konsum ihres Lieblingsgetränks. Die Deutschen als Kaffeetrinker-Nation achten beim Kauf verstärkt auf Nachhaltigkeit. Nicht zuletzt setzt sich das steigende Ökobewusstsein in der Nachfrage von fair gehandeltem Kaffee fort. Doch was ist Fairtrade überhaupt?

Deutschland liegt gleich nach den USA an Platz zwei der größten Kaffeeimporteure weltweit. Angesichts der 100 Millionen Menschen, welche in 70 Ländern der Welt in der Kaffeeindustrie tätig sind heißt das, dass wir einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Kaffeemarkt haben. Deshalb ist es umso wichtiger, den Markt auf faire und zukunftsträchtige Art und Weise zu beeinflussen!

Was bedeutet Fairtrade?

"Fairtrade" (fairer Handel) bedeutet kontrollierter Handel, bei dem ein über dem Weltmarkt liegender Preis an den Erzeuger gezahlt wird. Ein Prinzip, das vor allem Kleinbauern und Arbeiter in den sogenannten Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas schützen soll. Die Standards für Fairtrade-Kaffee kontrollieren nicht nur festgelegte Mindestpreise, sondern regeln auch die Einhaltung von Preisaufschlägen für biologisch angebaute Produkte. Zu den Grundpfeilern zählen ein Diskriminierungsverbot und das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit sowie die Auflage bestimmter Umweltstandards. Ist der Weltmarktpreis starken Schwankungen ausgesetzt, sollen die Mindestpreise als Absicherung dienen und für eine nachhaltige Produktion sorgen.

Sind Plantagen oder Bauern-Kooperativen im Besitz einer Fairtrade-Zertifizierung, erhalten deren Mitglieder beziehungsweise Arbeiter ein stabiles Einkommen. Grundsätzlich bedeutet das Prinzip von Fairtrade die Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten.

Welche Voraussetzungen gibt es für das Fairtrade-Siegel?

Um ein Produkt mit dem offiziellen Fairtrade-Siegel auszeichnen zu dürfen, müssen verantwortliche Produzenten und Händler die definierten Rahmenbedingungen des fairen Handels erfüllen. Diese Auflagen werden durch die FLO (Fairtrade Labelling Organizations International) definiert und sind in folgende Grundsätze eingeteilt:

  • Ökologie
    Die FLO schreibt unter diesem Aspekt die Förderung des Bio-Anbaus vor, beziehungsweise einen umweltschonenden Anbau. Außerdem beinhaltet dieser Grundpfeiler eine Übersicht verbotener Substanzen sowie ein Verbot für gentechnisch veränderte Organismen.
  • Ökonomie
    Die FLO fordert in diesem Grundpfeiler unter anderem Vorfinanzierungen, stabile Mindestpreise, Beratungen und langfristige Handelsbeziehungen.
  • Soziales
    Unter dieser Rubrik finden sich Grundsätze wie Diskriminierungsverbote, Versammlungsfreiheit sowie zu realisierende Gemeinschaftsprojekte. Neben vorschriftsmäßigen Arbeitsbedingungen wird auf das Verbot illegaler Kinderarbeit hingewiesen.

Was bewirkt Fairtrade?

Qualität und Produktivität steigen

Die Kaffeebauern müssen bei Fairtrade ein Viertel der Prämie in Qualität und Produktivität investieren. Kooperativen unterstützen die Kleinbauern dabei, mittels Weiterbildungen ihr Wissen über den Kaffeeanbau zu verbessern.

Organisationen werden "stärker"

Durch die Unterstützung von gut organisierten Kooperativen verbessert sich die Verhandlungsposition der Kleinbauern auf dem Weltmarkt. Deshalb fließen über 50 % der Prämie in den Aufbau und die Entwicklung von Organisationen.

Umwelt und Klima

Gerade für Kleinbauern stellt der Klimawandel eine große Bedrohung dar. Es ist nötig, dass in alternative Anbaumethoden und Anpassungsmaßnahmen investiert wird. So gibt es zum Beispiel eine honduranische Kaffeeorganisation, die eine Trainingsfarm errichtet hat. Hier bilden sich die Kaffeebauern weiter und lernen alles über neuartige Produktionsmethoden, Schädlingsbekämpfung oder Wiederaufforstung.

Soziale Projekte

Prämieninvestitionen: Kooperativen unterstützen beispielsweise die Errichtung von Schulen oder Wasseraufbereitungsanlagen. Andere Organisationen nutzen Fairtrade-Prämien dazu, Straßen und Elektrizitätsversorgung zu verbessern. Viele Sozialprojekte, in die investiert wird, machen den Kaffeeanbau auch für die nächste Generation attraktiv.

Kreditzugänge

Für viele Kleinbauern gestaltet sich der Zugang zu Krediten sehr schwierig. Mithilfe der Fairtrade-Zertifizierung bekommen Kaffeekooperativen und ihre Bauern leichter Kontakte zu Mikrofinanzinstitutionen und schnellere Finanzierungen. So wurde beispielsweise ein Programm für Kleinkredite mit niedrigen Zinssätzen entwickelt. Damit gelingt es den Bauern, die Zeit bis zur Ernte besser zu überbrücken.

Stabiler Kaffeepreis durch fairen Handel?

Der faire Handel mit Kaffeebohnen bedeutet: Die Preise sind nicht von der Börse abhängig und schwanken schon deshalb nicht so stark.

Die Erzeuger erhalten von fairen Handelsgesellschaften langfristige Verträge mit festen Preisen und Abnahmemengen. Dadurch haben die Bauern nicht zu befürchten, dass sie auf ihren Kaffeebohnen sitzen bleiben müssen und bekommen eine gerechte Entlohnung für ihre Produkte. Fällt der weltweite Marktpreis für Kaffeebohnen unter die Mindestgrenze, so ist den Erzeugern eine Fairtrade-Prämie von circa 0,08 € pro Pfund garantiert.

Welche Herausforderungen gibt es bei Fairtrade?

  • Der Klimawandel: Nutzpflanzen, wie Kaffee, reagieren sehr sensibel darauf. Bestimmte Schädlinge und Krankheiten treten durch den Temperaturanstieg vermehrt auf. Die Kaffeebauern benötigen dringend Unterstützung bei der Anpassung und Bekämpfung.
  • Schwache Verhandlungsbasis: Kleinbauern, die keiner Kooperative angehören, haben kaum Zugang zu Markt- und Preisinformationen. Sie sind lokalen Händlern schutzlos ausgeliefert.
  • Der Kaffee-Weltmarktpreis ist instabil und einer häufigen Schwankung ausgesetzt.
  • Kleine Anbauflächen: Niedrige Ernteerträge halten die Kaffeebauernfamilien in einer Armutsfalle gefangen.
  • Wachsende Haushalts- und Landwirtschaftskosten: Sie machen den Kaffeebauern zu schaffen und wurden nicht zuletzt durch die Wirtschaftskrise ausgelöst.
  • Multinationale Handels- und Röstfirmen: Sie dominieren die Kaffee-Lieferkette und 45 % des Kaffeemarktes.

Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade und Direct Trade?

Direct Trade bedeutet, dass weitere Zwischenhändler in der Wertschöpfungskette wegfallen. Aus dieser Überzeugung setzt die Kaffeerösterei Martermühle, wo immer es geht auf Direct Trade, also auf den direkten Handel mit den einzelnen Bauern. Anders als Fairtrade ist Direct Trade kein eingetragenes Markenzeichen, sondern vielmehr eine strenge Selbstverpflichtung zu einem neuen Miteinander mit den einzelnen Bauern. Davon profitieren alle Seiten - Bauer, Röster und Kunde.

Der Vorteil: Es gibt keine Zwischenhändler mehr, die ebenfalls vom Handel zwischen Röster und Bauer profitieren wollen. Über Projekte wie "PachaMama" in Peru können die Röstereien ihren Kaffee wirklich direkt von den Farmen beziehen. Dafür zahlen wir dem Bauern Preise, die deutlich über den aktuellen Marktwerten liegen und ermöglichen ihnen so einen angemessenen Lebensstandard.

Warum Fairtrade-Kaffee kaufen?

Täglich treffen wir als Konsument Kaufentscheidungen, die den Markt maßgeblich beeinflussen. Kaffee zählt zu den meist gehandelten Produkten weltweit. Die schwarze Bohne wächst in den ärmsten Ländern der Welt und wird in den reichsten Nationen getrunken.

Deutschland verbraucht jährlich etwa 580.000 Tonnen Rohkaffee. Das entspricht circa 162 Liter und rund 7 kg Rohkaffee pro Person. Sehr wohl haben wir eine entsprechend große Entscheidungsgewalt darüber, wie sich der Kaffeemarkt in Deutschland entwickelt.

Unsere 5 Gründe für Fairtrade:

  • Weil wir es können - wir leben in einer der reichsten Nationen der Welt
  • Fairtrade-Kaffee bringt Bewegung in den Markt
  • Fairtrade-Kaffee ist nachhaltiger
  • Fairtrade-Kaffee ist sozialer
  • Fairtrade-Kaffee ist "gesünder"


Wir von der Kaffeerösterei Martermühle setzen auf diese strenge Selbstverpflichtung zu einem neuen Miteinander. Wir können viele Kaffees bis zur Kaffeeplantage zurückverfolgen. Immer wieder suchen wir uns Plantagen aus, bei denen wir direkt einkaufen können, das heißt die Bauern bekommen ihren fairen Preis, der weit über Weltmarktniveau liegt und ihnen eine Zukunft mit stabilen Preisen sichert.

Wenn auch Sie zu den bewussten Kaffeetrinkern zählen, sollten Sie einmal unseren Fairtrade Kaffee probieren - eben fairer für alle!

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