Kaffee in Italien – Trendy oder kalter Kaffee?

Mein letzter Urlaub führte mich nach Italien. Dolce Vita, Städtekultur und Kaffee in Italien – darauf freute ich mich schon lange. Was hat sich dort in den letzten Jahren getan und was können wir von den Kaffee-Experten lernen? Ich war sehr gespannt.

Wir fuhren nach der Ferienzeit und erlebten das authentische Italien. Die Italiener gingen wieder ihrem Alltag und ihrer Arbeit nach. In Rom sind viele Bars im August nämlich geschlossen. Das ganze Personal wechselt in die Urlaubsorte und verwöhnt die Urlauber an den saisonalen Bars.

Warum schmeckt der Kaffee in Italien besser?

Urlauber genießen Lebensmittel anders als zuhause. Wer kennt nicht das Phänomen, dass der tolle Rotwein, den wir im Urlaub so gerne getrunken haben, zuhause nicht mehr schmeckt? Deshalb nahm ich all meine Sinne mit ins Gepäck und ließ mich nicht vom Urlaub blenden. Ich war gespannt, was sich in Italien in der Kaffeeszene getan hat.

Italien hat nach wie vor den Ruf des besten Kaffeelandes. Kaffeehäuser mit besonderem Charme und eine traditionelle Kaffeekultur. Doch was verbirgt sich hinter dieser? Ist der Kaffee tatsächlich besser oder ist es nur das Zusammenspiel von Urlaub, italienischer Ausstrahlung und dem Wunsch, einen guten Espresso zu trinken? Wenn man Espresso online kauft, kann man die italienische Atmosphäre nicht mitkaufen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was das Besondere am italienischen Espresso ist.

Italienische Kaffeekultur

Das wirft die Frage auf, was italienische Kaffeekultur bedeutet. Angefangen hat alles 1647 mit dem berühmten Café Florian in Venedig, das heute noch existiert. Die Italiener trafen sich hier mit Freunden oder nutzten die neu entstandenen Kaffeehäuser, um zu allen Tageszeiten Geschäfte abzuschließen. Der päpstliche Segen öffnete den Weg für die Ausbreitung des Kaffees, nachdem er ihn selber probiert hatte.

In Italien ist es üblich, unterwegs zu frühstücken. Man verlässt morgens das Haus und geht in eine Kaffeebar, um einen Kaffee zu trinken und evtl. eine Kleinigkeit zu essen. In Italien liebt man die Gesellschaft und das rege Treiben in Restaurants und Kaffeehäusern. Das Frühstück besteht aus süßen Teilchen, nicht selten hausgemacht. Diese kleinen Kuchen müssen Sie probieren, sie schmecken fantastisch!

Wann trinkt man welchen Kaffee in Italien?

Einen Cappuccino oder Latte macchiato trinkt man nur vormittags, anschließend nicht mehr. Diese Kultur des Kaffeetrinkens ist typisch für Italien. Als Ersatz für das kleine Frühstück gibt es oft ein größeres Mittagessen. Hierzu würde kein Italiener einen Cappuccino oder Latte Macchiato trinken. „Das beleidigt unsere Kultur“, erzählte mir ein Kellner. Den Abschluss eines typischen Essens bildet der Espresso, hier „caffè“ genannt. Einen typischen Filterkaffee, wie wir ihn in Deutschland trinken, gibt es in Italien sehr selten.

Zu dem Espresso steht immer ein Glas Wasser zur Verfügung. Dieses neutralisiert die Geschmacksnerven vor dem Kaffeegenuss. Das Glas ist nicht dazu gedacht, Ihren Durst nach dem Espresso zu löschen! Gourmets streifen gerne ihren vorher eingetauchten Espressolöffel über den Tassenrand. So kommen die Lippen nicht mit dem Porzellan in Berührung, sondern sofort mit der Crema des Espressos. Der Barista erkennt daran sofort den Kenner!

Ein sozialer Zug: Der Caffè sospeso

Großzügige Italiener bezahlen einen caffè sospeso, wenn sie einen guten Tag haben. Das ist ein „Aufgeschobener“ und bedeutet, dass sie diesen Espresso nicht selber trinken. Sie trinken nur einen, bezahlen aber zwei. Wenn sich jemand keinen Espresso leisten kann, fragt er nach einem caffè sospeso und bekommt den bezahlten. An dieser kleinen Geste erkennt man den Stellenwert des Espressos in Italien.

Meine Reise führte mich in mehrere Städte und Dörfer. Überall suchte ich Cafés auf, um Kaffee in Italien zu testen. Es ging los mit mehreren Autobahngaststätten, aber nach einigen Versuchen gab ich auf. Der Kaffee hier war einfach ungenießbar. Am liebsten hätte ich mir meinen Espresso online in den Urlaub bestellt, denn ich vermisste meinen schonend gerösteten Kaffee. Anscheinend mag man in Italien verbrannten Kaffee…

Italien und die dritte Welle des Kaffees

Sehr neugierig war ich darauf, wie sich die Kaffeekultur hinsichtlich des Milchschaums entwickelt hat. Früher achtete man noch nicht darauf, Kaffee aus Italien war einfach cool. Heutzutage erhält man überall in der Welt Cappuccinos mit Latte Art anstelle von üppigem Milchschaum. Nicht so in Italien! Den Baristas ist es egal, wie der Milchschaum aussieht. Die Milchschaumkunst ist ihnen nicht (mehr) wichtig.

Selbst in den besten Cafés legt der Barista keinen Wert auf schöne Cappuccini. Sehen Sie sich das Bildchen zu diesem Artikel an. Ich schoss es im Café Nanini. Im Reiseführer hoch gelobt als hohe Kunst des Milchaufschäumens. Die Third Wave of Coffee ist in Italien selten zu finden. In Florenz entdeckte ich eine gute Kaffeebar, die eine deutsche Mühle im Angebot hatte. Ich wollte einen Punksteam probieren, leider war die Maschine außer Betrieb. Also nichts mit neuen Erkenntnissen. Immerhin war der Cappuccino mit einem schönen Herzchen versehen.

Was für eine Crema!

Das Bekannteste an italienischen Kaffees ist die Crema. Wissen Sie, wie sie gelingt? Mit einem hohen Robusta-Anteil! Die Robusta-Bohne verleiht dem Espresso Tiefe, Körper, einen kräftigen, erdigen Geschmack und eine sagenhafte Crema. Natürlich muss der Espresso richtig zubereitet werden, damit sich die Crema entfalten kann. Wir haben für Sie einen „italienischen“ Espresso kreiert mit 60 % Robusta-Anteil. Mit dem Crema Roma können Sie hier einen Espresso kaufen, der wie in Italien eine tolle Crema bildet und trotzdem schonend geröstet wurde!

Ein kleiner Hinweis zur Crema: Wenn Sie Ihren Espresso in einer italienischen Herdkanne zubereiten, erhalten Sie keine Crema. Diese Espressomaschine erzeugt keinen typischen Espresso, vielmehr einen starken Kaffee. Die Herdkanne wird auch italienischer Herdkocher, Bialetti oder Caffettiera Napoletana genannt.

Mit Sirups gesüßte Milchmischgetränke, wie sie in Amerika beliebt sind, verpönt der richtige Italiener. Bestellen Sie lieber Originale, wie zum Beispiel:

  • Ristretto – Espresso mit weniger Wasser (15–20 ml statt der üblichen 25 ml)
  • Caffè doppio – doppelter Espresso
  • Espresso lungo – Espresso mit mehr Wasser
  • Espresso macchiato – Espresso mit wenig Milchschaum
  • Latte macchiato – aufgeschäumte Milch mit Espresso
  • Caffè latte – je zur Hälfte heiße Milch und Espresso
  • Caffè americano – ein Espresso in einer großen Tasse, mit heißem Wasser aufgefüllt
  • Caffè corretto – Espresso mit hochprozentigem Alkohol
  • Marocchino – Espresso mit Milchschaum und Kakaopulver
  • Affogato al caffè – Eine Kugel Speiseeis mit heißem Espresso übergossen

Wo kaufe ich in Italien guten Kaffee?

Das ist eine gute Frage. Wie in allen Ländern dominieren die großen Hersteller. Aber deren Kaffee möchten wir nicht kaufen, oder? Kleine Röstereien sind rar. Auch für die italienischen Röster gilt, eine Balance zwischen Röstaromen und Säuren zu finden. Das Empfinden von Bitterkeit und Säureempfinden ist subjektiv und bei den Italienern anscheinend anders als bei uns. Die Möglichkeit zu experimentieren wird (noch) kaum wahrgenommen. Italiener lieben den kräftigen, bitteren Geschmack. Deshalb sollten Sie wissen, was für einen Kaffee Sie kaufen möchten.

Und noch eine Bemerkung zum Schluss: In Italien gibt es keine Röststeuer, in Deutschland aber schon. Das heißt, Sie dürfen Kaffee nur für den Privatverbrauch nach Deutschland importieren! Ansonsten müssen Sie ihn verzollen. Deutschland erhebt auf jedes Kilo Röstkaffee 2,19 Euro Röststeuer.

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