Kaffee schmeckt nicht – gibt´s nicht!

Unsere 5 Gründe, warum Ihr Kaffee bitter schmecken könnte und was man dagegen tun kann.

Kaffee ist vermeintlich in seiner Banalität kaum zu übertreffen. Mittlerweile bekommen wir ihn an jeder Straßenecke: Im Back-Shop, am Kiosk, sogar in S-Bahn-Stationen können wir Kaffee kaufen. Die kleine Bohne ist allgegenwärtig und begleitet uns schon meist direkt nach dem Aufstehen durch den Alltag. Aber schmeckt sie auch immer?

Gleichzeitig ist Kaffee überhaupt nicht banal. Jeder von uns kennt Cafés, in denen der Kaffee oder Espresso so richtig gut schmeckt – und das liegt nicht (nur) am Ambiente. Wir lieben die Einfachheit: Den Knopfdruck am Kaffeeautomaten oder die simpel Bedienung der Maschine. Nur der Geschmack des allmorgendlichen Muntermachers darf nicht darunter leiden.

Obwohl Sie in gute Kaffeebohnen investiert haben und in der Kaffeerösterei Ihres Vertrauens kaufen, schmeckt Ihr Kaffee wenig aromatisch oder einfach nur bitter? Das kann an einer Vielzahl von Faktoren liegen. Wir haben die wichtigsten „Probleme“ für Sie zusammengefasst.

Warum schmeckt Ihr Kaffee nicht?

Kaffee ist ein Hochgenuss. Allerdings nur, wenn er richtig zubereitet wird. Schon kleine Abweichungen können zu geschmacklichen Begleiterscheinungen und damit zur Abkehr vom Genuss führen. Ist Ihr Kaffee zu bitter oder sauer, zu fad oder schmeckt er irgendwie merkwürdig verbrannt? Meist ist der Grund sehr simple, wenn der Kaffee nicht mehr schmeckt.
Besonders wenn Kaffee bitter schmeckt, ist das alles andere als eine Geschmacksexplosion und kann folgende Ursachen haben:

  • Falsche Brühtemperatur
  • Schlechte Wasserqualität
  • Falsch gelagerter Kaffee
  • Alter Kaffee
  • Kaffee in schlechter Qualität
  • Falsche Kaffeemischung
  • Zu viel oder zu wenig Kaffeepulver
  • Falscher Mahlgrad

Warum schmeckt Ihr Kaffee bitter?

Zunächst sollten wir klären, dass bitterer Kaffee nicht unbedingt schlecht ist. Es gibt Aromen, die dem Kaffee einen herb-bitteren Geschmack verleihen. Aromen, wie zum Beispiel Zartbitterschokolade sind durchaus gewollt. Sie hinterlassen am Gaumen einen leicht bitteren aber gehaltvollen Nachgeschmack. Anders ist es bei den Bitterstoffen, die durch zu dunkle oder zu schnelle Röstungen entstehen. Sie schmecken beißend bitter und sind nur mit Milch und Zucker erträglich.

Für den leicht bitteren Geschmack von Kaffee sind vor allem die Antioxidantien verantwortlich, die beim Rösten der Kaffeebohnen entstehen. Viele Inhaltsstoffe wie verschiedene Säuren, speziell die Chlorogensäuren, sorgen ebenso für eine gewisse bittere Grundnote. Bitterkeit ist bei Kaffee jedoch nicht gleich Bitterkeit: Negative, meist als unangenehm empfundene Bitterstoffe entstehen beispielsweise durch Überextraktion – und auch wenn Kaffee zu lange warmgehalten wird schmeckt er nicht mehr.

Damit Ihr Spezialitätenkaffee nicht bitter schmeckt, gibt es bei der Zubereitung ein paar Dinge zu beachten:

1. Wassertemperatur

Achten Sie darauf, kein kochendes Wasser bei der Zubereitung von Kaffee zu verwenden. Die ideale Wassertemperatur liegt für die meisten Zubereitungsarten bei 92°C - 96°C Grad. Die feineren Aromen werden bei zu hoher Temperatur verbrannt – übrig bleibt ein bitterer Geschmack. Ist das Wasser kälter als 85°C Grad, schmeckt der Kaffee wässrig bis sauer. Eine Ausnahme macht der Cold Brew – das Kaltgetränk mit feinsten Kaffeearomen. Die Wassertemperatur hat einen großen Einfluss darauf, welche und wie viele Aromastoffe aus dem Pulver gelöst werden und wie der Kaffee schmeckt.

Unser Tipp: Lassen Sie den Wasserkocher nach dem Aufkochen circa eine Minute ruhen oder füllen Sie es unmittelbar danach in ein anderes Gefäß um. Das Wasser kühlt etwas ab und erreicht die ideale Temperatur. Alternativ nutzen Sie beim Aufbrühen mit dem Handfilter am besten einen Wasserkocher mit Temperaturkontrolle.

2. Extraktionszeit

Verschiedene Kaffeezubereitungs-Methoden haben unterschiedliche Extraktionszeiten (Dauer des Kontakts zwischen Kaffeepulver und Wasser). Die French Press kann aufgrund des groben Mahlgrades bis zu 4 Minuten oder auch länger vertragen. Filterkaffee sollte 2-3 Minuten ziehen und bei der Aeropress reichen weniger als 2 Minuten. Ist die Extraktionszeit zu lang, schmeckt der Kaffee bitter, da zu viele Stoffe aus dem Kaffee gelöst werden.

Hier empfehlen wir Ihnen, je nach Zubereitungsart die Extraktionszeit individuell auszuprobieren.

3. Mahlgrad

Ein weiterer Grund für bitteren Kaffee ist der falsche Mahlgrad. Besonders Genießer mit eigenem Kaffeevollautomaten neigen oft dazu, den Mahlgrad sehr fein zu wählen. Genau das erzeugt jedoch mehr Bitterstoffe. Denn je feiner das Pulver ist, desto mehr Bitterstoffe lösen sich beim Brühen.

Zu empfehlen ist in diesem Fall das schrittweise Ändern des Mahlgrades. Da dies nur bei laufendem Mahlvorgang möglich ist, wird es einige Tassen dauern, bis der neue Geschmack erkennbar ist. Zu grobe Einstellungen wirken kontraproduktiv und sind besser zu vermeiden.

4. Robusta

Häufig liegt ein bitterer Geschmack einfach an der Kaffeebohne. Robusta ist die deutlich bittere Variante der beiden bekannten Bohnensorten. Arabica schmeckt dagegen tendenziell etwas ausgewogener. In vielen Espresso-Mischungen steckt beispielsweise ein großer Anteil von Robusta-Bohnen.

Unser Tipp: Wer seinen Espresso nicht so bitter mag, findet in unserem Online-Shop ausgewogene und leckere Mischungen. Für einen aromatischen Espresso sind Arabica-Mischungen besser geeignet. Aber auch hier gilt: Je dunkler die Bohnen, desto bitterer der Geschmack.

5. Verunreinigungen

Schließlich kann auch noch ein hausgemachter Grund vorliegen, wenn Kaffee bitter schmeckt. Im Inneren von Kaffeemaschinen, in Kannen und anderem Zubehör lagern sich mit der Zeit Kaffeereste in Form von Fetten und anderen Belägen ab. Das kann eine ranzige Note hervorrufen und der Kaffee schmeckt weniger aromatisch. Die über 1.000 Inhaltsstoffe werden einfach überlagert und es entsteht ein zumindest subjektiv empfundener bitterer Geschmack. Eine regelmäßige Reinigung lohnt sich also.

Unser Extra-Tipp für Kaffeemühlen:

In Kaffeemühlen setzen sich ölige Rückstände aus den Kaffeebohnen fest, die sowohl die Funktion des Mahlwerks als auch den Geschmack des Kaffeemehls beeinträchtigen. Ein einfacher Weg, um das Mahlwerk von diesen Resten zu befreien: Mahlen Sie einfach alle paar Wochen etwas Grindz mit Ihrer Mühle. Das Getreide nimmt die Ölrückstände auf, ohne dabei zu verkleben. Kaffeemehl lässt sich übrigens am besten mit einem weichen Pinsel aus der Mühle entfernen.

Ist es schädlich, wenn Kaffee bitter schmeckt?

Kaffee mit bitterem Geschmack ist an sich nicht schädlich. Kaffeebohnen, die bei sehr hoher Temperatur und nur über einen kurzen Zeitraum geröstet wurden, entwickeln eine Vielzahl an Bitterstoffen, die den Magen angreifen können. Eine längere und schonendere Röstung ist wesentlich magenfreundlicher und bekömmlicher.

Enthält Kaffee, der bitter ist, mehr Koffein?

Nein. Bitterer Kaffee enthält nicht mehr Koffein. Koffein ist zwar mitverantwortlich für den bitteren Geschmack, ist aber nicht der Hauptbitterstoff. So wird zum Beispiel auch Espresso geschmacklich oft bitterer empfunden als Filterkaffee.
Er enthält jedoch nicht mehr, sondern in der Regel sogar weniger Koffein: Durch die schnelle Extraktion und der geringen Wassermenge bei der Zubereitung, löst sich weniger Koffein aus dem Kaffeepulver.

Fazit

Der ideal gebrühte Kaffee darf sehr wohl Bitterstoffe enthalten und soll entsprechend einen unterschwellig bitteren Geschmack haben. Dringt dieser Geschmack aber zu sehr in den Vordergrund, zerstört er das Aroma und den harmonischen Genuss.

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