Kaffee-Trends beflügeln die Kaffeekultur

Über Cold Brew hin zum heißen Chi-Kaffee: Die Auswahl an Kaffeespezialitäten heutzutage beschränkt sich nicht mehr nur auf einen einfachen Kaffee morgens zum Wachwerden. Ob heiß oder kalt: Die Kaffeetrends 2018 bieten für jeden Geschmack die optimale Mischung aus Kaffee und exotischen Zutaten. Und das zu jeder Tageszeit. Mit dem Deconstructed Coffee ist ein innovativer Trend entstanden, der 2018 nicht nur junge Hipster überzeugen soll.

Kreative Kaffeespezialität: Die angesagten Kaffeetrends

Kaffee wurde über Generationen hauptsächlich gekocht oder manchmal kalt gebrüht. Dabei zelebriert man das "Kaffeekochen" immer wie ein kleines Ritual unter Familie und Freunden. Wo die Auswahl früher nach „schwarz oder mit Milch“ endete, gibt es heute unzählige Kaffeetrends, die mit einem schwarzen Kaffee nichts mehr zu tun haben. Kreative Barista und Food-Stylisten der ganzen Welt zaubern in Kaffeehäusern oder zu Hause exquisite Wachmacher. So können ihre Kunden fit und energiereich in den Tag starten.

2018 ist das Jahr der Superfoods. Es verwundert nicht, wenn man pulverisierte Pflanzenextrakte mit handelsüblichem Kaffee mixt. Manchmal ersetzt man das Kaffeepulver auch ganz durch gesündere Alternativen. Guarana-Extrakt findet zum Beispiel Verwendung im asiatischen Chi-Kaffee. Getrocknete und gemahlene Pilze kombiniert man in Australien mit einem normalen Kaffee. Maca-Kaffee aus Peru oder lieber Egg Coffee aus Vietnam? Ein "Bullet Proof Coffee" gehört neben einem Cold Brew ebenfalls in vielen Cafés zur Speisekarte. Die Kaffee-Trends entwickeln sich nach und nach hin zu vermeintlich immer gesünderen Alternativen im Vergleich zum schwarzen Elixier.

Exotische Kaffees – vom Maca-Kaffee zum Pink Latte

Um einen Maca-Kaffee herzustellen, reibt man die peruanische Anden-Knolle frisch oder fügt sie in Pulverform einer aufgeschäumten Milch hinzu. So entsteht der Maca-Drink. Er kommt mit seinem espressoartigen und koffeinreichen Geschmack nahe an seinen italienischen großen Bruder heran. Nicht selten gehört Ingwerpulver oder Zimt dazu. Cappuccino und Latte sind von gestern.

Außerdem kann man heutzutage an vielen Kaffee-Bars einen Pink Latte bestellen. Zuerst die Frage nach der gewünschten Milch: Häufig gibt es das pinke Heißgetränk mit rein pflanzlichen Milchsorten wie Mandel- oder Hafermilch. Wie bei einem Cappuccino kommt zuerst ein Shot Rote-Bete-Saft in die Tasse, den man anschließend mit aufgeschäumter Milch/Pflanzenmilch aufgießt. Auch bei einem "Latte" kann man den Espresso-Shot durch Rote-Bete-Saft ersetzen. Häufig garnieren ein paar Rosenblätter, Kakao oder Zimt diese koffeinfreie Alternative. Ein Schuss Honig und Vanille können das pinke Getränk sehr köstlich abrunden.

Es gibt selbst für den gesunden Pink Latte heutzutage allerlei Pulverformen, die das Entsaften der Rote Bete ersparen. Doch ein Barista an einer Bar eines Superfood-Cafés wird zur selbst zubereiteten Machart zurückgreifen.

Chi-Kaffee und Mushroom Coffee begeistern international

Chi (chinesisch: Qi) bedeutet Äther – oder: Lebensenergie. In einem traditionellen Chi- Kaffee kombiniert man unter anderem die asiatische Kraft- und Medizinwurzel Ginseng mit dem südamerikanischen Guarana-Extrakt. Diese beiden Superfoods erzeugen einen kräftigen Kaffeeersatz – geschmackvoll und belebend. Er bietet mit gesüßter Pflanzenmilch eine gesunde Alternative zu Kaffee. Einige Kaffeeunternehmen besitzen mittlerweile ein vielfältiges Sortiment an verschiedenen Chi-Kaffee-Pulvern. Superfoods und Heilpflanzen geben der Chi-Kombination einen nährstoffreichen Kick, damit auch der hippe Kaffee-Verweigerer einen aufmunternden Wachmacher genießen kann. Dazu gehören zum Beispiel der asiatische Vitalpilz Reishi oder das energiespendende Matcha-Pulver.

Der neueste Schrei aus Australien verspricht Kaffeetrinkern auf der ganzen Welt eine besondere Alternative, die selbst erfahrene Trend-Veganer zuerst einmal schlucken lässt. Instant-Kaffee kann man mit (Heil-) Pilzextrakten verfeinern. Durch das Vermengen von Reishi, Igel-Stachelbart, Cordyceps oder dem Chaga Pilz in Pulverform können fantasiereiche Kreationen entstehen. Dieser Trend nennt sich heute Mushroom Coffee. Ursprünglich kam „Pilzkaffee“ im Krieg als Kaffeeersatz zum Einsatz. Kaffee war nicht zu jeder Zeit verfügbar und zudem teurer als heute.

Heute ergeben zwei Teelöffel des wundersamen Pilzkaffee-Pulvers mit ca. 0,2 Liter heißem Wasser oder aufgeschäumter Milch eine energiereiche Kaffee-Alternative. Manchmal findet man Mushroom Coffee unter dem Namen Pilz-Elixier. Alle genannten Pilzsorten sind starke Medizinpilze und besitzen eine nicht zu unterschätzende Wirkung.

Der moderne Kaffeetrinker: Egg Coffee oder Bullet Proof?

In Großstädten eröffnen immer häufiger schicke Kaffeehäuser – genannt Hipster-Cafés. Mit ihren oftmals rustikalen Einrichtungen und ihrem trendigen Angebot an allerlei veganen Köstlichkeiten ziehen sie vielerorts junge Menschen und kreative Köpfe an. Speziell mit ihrem ausgeklügelten Kaffeeangebot begeistern sie den Alltagstrott durch teils wunderschön zubereitete Kaffeespezialitäten.

In einem vietnamesischen Café können sich Gäste auf einen dessertartigen Kaffee freuen, der mit "flüssigem Tiramisu" zu vergleichen sein soll. Dabei verrührt man schwarzen Robusta-Kaffee zusammen mit süßer Kondensmilch und aufgeschlagenem Eigelb zu einem cremigen Kaffee. Wer einmal in dem südostasiatischen Mutterland zu Besuch war, der hat den Egg Coffee mit Sicherheit zu lieben gelernt. In Vietnam kommt kein Tourist an dieser Spezialität vorbei.

Ein ebenfalls asiatisches Kaffee-Geheimnis bietet die Veredelung von Heißgetränken mit einem kleinen Stück Butter. Diese Kombination geht auf die Tradition des Sherpa-Volkes zurück. Der Amerikaner Dave Asprey kam nach einer Reise aus Tibet mit einer "kugelsicheren" Idee ins Silicon Valley zurück und erfand so den Bullet Proof Coffee. Hierfür wird mit einem Stabmixer ein Stück Butter, ein Löffel Kokosöl mit etwa 100 Milliliter Kaffee verrührt.

Die Erfahrungsberichte über diesen "Kokos-Butter-Kaffee" spreizen sich enorm zwischen "sehr lecker und energiereich – kein Essen für die nächsten 6 Stunden" und "scheußlich - ich krieg das fettige Getränk einfach nicht runter". Doch ein Kaffeetrend dieser Art bedarf einer Selbsterfahrung bei einem gemütlichen Kaffeeklatsch mit Kuchen und guten Gesprächen. Dann erst sollte man den Bullet Proof bewerten.

Das Geheimnis von kaltem Kaffeegenuss

Gerade zur heißen Sommerzeit ist ein warmer Kaffee für viele eher eine schweißtreibende Belastung als ein wirklicher Genuss. Man kennt heutzutage das Phänomen des Cold Brew Kaffees. Er hat 8–24 Stunden lang Zeit, all seine feinen Aromen und Öle in kaltes Wasser abzugeben. Danach verarbeitet man ihn beispielsweise zum heiß begehrten Eiskaffee mit einer Kugel Eis on top.

Auch purer Cold Brew überzeugt mit einem äußerst sanften Geschmack, den man normalerweise von heiß gebrühtem Kaffee nicht gewohnt ist. In Berlin gibt es das kalte Kaffeegetränk mittlerweile in cool designten Glasflaschen. Im Gegensatz zu heißem Kaffee ist Cold Brew Coffee im Kühlschrank bis zu einer Woche haltbar.

Schon vor Jahren kannte man die Technik, kalten Kaffee mit einem ausgewogenen Geschmack herzustellen. Früher war das eher ein skurriler Geheimtipp unter Campern, die keine Campingkocher hatten, aber nicht auf den Genuss eines morgendlichen Kaffees verzichten wollten.

Barista bedeutet, Artist zu sein

Klack. Klack. Zwei Ladungen gemahlener Kaffee landen im Doppelsieb und werden hineingepresst. Nach kurzem Spülgang und mit einem geschickten Handgriff landet der Siebträger in einer stabilen Metallfassung. Ein Knopfdruck – und das schwarze Gold fließt. Um einen doppelten Espresso zuzubereiten, braucht es neben der richtigen Kaffeemaschine ein geschicktes Händchen. Der Barista ist Künstler und Kaffeesommelier in einer Person zugleich.

Doch bei den angesagten Kaffeetrends kommen selbst erfahrene Baristas ins Schwitzen. Es ist eine Kunst für sich, aromatischen und cremigen Espresso zu machen. Doch bei den neuartigen Kaffees aus allen Ecken der Erde ist ein kreativer Kopf mit einer geschickten Hand gefragt. Sowohl Geschmack als auch der optische Look überzeugen die Gäste – oder eben nicht. Matcha-Pulver passt eher nicht zum Pink Latte und Rosenblätter gehören nicht zu einem heißen Maca.

Ob Mokka oder Kaffeeersatz – ein Barista bereitet nicht nur heißen Kaffee zu. Ähnlich wie ein gut ausgebildeter Barmann muss der Kaffeeexperte auf die Wünsche seiner Gäste eingehen und sich jedes Jahr über die neuesten Kaffeetrends erkundigen. Der neueste Trend: "Deconstructed Coffee", ein zerlegter Kaffee. Das heißt: jeder kann sich seinen Kaffee aus den einzelnen Zutaten selbst zusammenbauen. Der Barista serviert aufgeschäumte Milch, starken Espresso und ein Gläschen heißes Wasser in jeweils einzelnen Gefäßen. Das Ganze erinnert dann ein bisschen an die heimische Küche, wo man auch alles selbst kombinieren muss – und kann. Auf diese Weise erhält jeder Gast einen optimalen Kaffee: Lieber weniger Milch, dafür doch etwas Zimt und Maca dazu…?

Mit dem "zerlegten Kaffee" ist ein eher ungewöhnlicher Kaffeetrend entstanden, doch junge Menschen aus aller Welt berichten über ihre ersten positiven Erfahrungen: eine entschleunigte und genussvolle Kaffeeerfahrung. Ganz im Gegensatz zum schnell "rein gekippten" Coffee-to-Go.

Die heutige Kaffeekultur – Kaffee kaufen: Aber von wo?

Die braune Bohne gibt es in unterschiedlichen Röstgraden und aus verschiedenen Anbauländern. So gibt es auch wesentliche Differenzen in Geschmack und Wirkung. Doch wenn es darum geht, den Kaffee zu erwerben, sollte man einige Punkte beachten:

  • Fair gehandelter Kaffee (faire Arbeitsbedingungen und Preise)
  • Möglichst biologisch angebauter Kaffee (keine Einsätze von Pestiziden)
  • Kaffee von lokalen Röstereien beziehen (diese unterstützen häufiger kleine Kaffeebauern und achten auf einen respektvollen Umgang mit den ansässigen Menschen und ihrer Umwelt)


Letztlich ist Kaffee ein modernes Genussmittel, das wir überall und zu jeder Zeit konsumieren. Wie beim Kauf von Gemüse/Obst muss der Verbraucher hier selbst die Verantwortung in die Hand nehmen. Die Ausbeutung kleinerer Kaffeebauern sollte man boykottieren. Das setzt einen Verzicht auf jeglichen Kaffee aus ressourcenschädigender Produktion voraus.

Die Kaffeerösterei Martermühle legt besonderen Wert auf nachhaltigen Anbau und fairen Handel ihrer Kaffeebohnen. Das Sortiment finden Sie im Martermühle-Online-Shop.