Angela Wowra | 05.06.2018

"Mensch Kaffee" mit Helga Zimmermann

Interview-Mensch-Kaffee-Helga

Helga Zimmermannn trinkt ihr Leben lang schon gerne Kaffee. Und das, obwohl sie nicht mit Kaffee, sondern mit Wein aufgewachsen ist. Ihr Vater baute Weintrauben an und kannte sich mit Getränken aus. Gäste und Geschäftskunden bewirtete die Familie nicht mit einer Tasse Kaffee, sondern mit einem Glas Wein. So wuchs Helga auf. Zwar ohne Kaffeepausen, aber mit der Erkenntnis, dass der sorgfältige Anbau qualitätsentscheidend ist.

In den 50er Jahren war Kaffee sehr teuer und etwas Kostbares. Man trank daher meistens Linde’s Kornkaffee, eine Art Muckefuck. Der war erschwinglich und erinnerte an Kaffee. Heutzutage kann man sich so etwas nicht mehr vorstellen, aber damals war das üblich. Da gab es keine leckere Kaffeemischung und die Diskussion über hell oder dunkel gerösteten Kaffee war noch weit entfernt.

Langsam sanken die Preise für Kaffee und er wurde erschwinglich. Mehr und mehr ging die Allgemeinheit dazu über, echten Kaffee zu kaufen. Die Kaffeekultur, die wir heute kennen, nahm langsam seinen Lauf. Kaffee hielt Einzug in die Privathaushalte und gerne bot man ihn seinen Gästen an. Helga erinnert sich noch gut daran, dass sie auf dem Weg zur Handelsschule einen Kaffee für das Weihnachtsfest mitbringen sollte. Völlig unerfahren, brachte sie ein viel zu kleines Päckchen mit. Ärgerlich, dass es damals noch keinen Kaffee an jeder Ecke zu kaufen gab und sie deshalb großen Ärger bekam!

"Mensch Kaffee", Folge 14:

Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?

Ich trinke am liebsten Filterkaffee mit einem Schuss Milch. Früher nahm ich zwei Stückchen Zucker pro Tasse, dann nur noch eines. Inzwischen brauche ich gar keinen Zucker mehr. Ich trinke meinen Kaffee gerne aus einer eleganten Porzellantasse. Diese schönen Tassen werten einen guten Kaffee auf, finde ich. Nicht nur das Getränk ist mir wichtig, sondern auch das Trinkgefäß.

Wie viele Tassen trinken Sie pro Tag?

Normalerweise trinke ich drei Tassen am Tag. Zwei morgens zum Frühstück und eine am Nachmittag. Wenn ich unterwegs bin, trinke ich ab und zu einen Cappuccino. Den am liebsten mit Sahne, nicht mit Milch. Ich vertrage Milch nicht so gut, deshalb trinke ich zum Beispielkeinen Latte macchiato.

Zu welcher Uhrzeit schmeckt Ihnen Kaffee am besten?

Morgens schmeckt er mir am besten. Ich freue mich richtig auf meine erste Tasse Kaffee am Tag. Die macht mich munter und erst dann kann der Tag beginnen. Da ich einen schlechten Kreislauf habe, geht ohne Kaffee gar nichts. Ich merke sofort, wenn ein Kaffee entkoffeiniert ist. Wenn ich leichte Kopfschmerzen verspüre, trinke ich eine Tasse Kaffee und schon geht es mir besser. Mein Motto heißt: Kaffee heilt alles!

Was gehört für Sie zu Ihrer persönlichen Kaffeekultur? (z.B. Kuchen, Zigarette)

Ich trinke meinen Kaffee klassisch: Morgens gehört für mich ein Frühstück dazu und nachmittags ein Stück Kuchen. Wenn ich keinen Kuchen habe, esse ich gerne ein Stück Schokolade dazu. Es gibt doch kaum etwas Leckeres als eine gute Tasse Kaffee!

Welches Kaffeezubehör benötigen Sie für Ihre persönliche Kaffeekultur?

Momentan steht eine Filtermaschine in meiner Küche. Bis vor kurzem nahm ich gerne meinen Kaffeevollautomaten, vor allem für Gäste. Aber ich finde es schwierig, diese Maschinen sauber zu halten. Die modernen elektronischen Systeme liegen mir nicht und jedes Teil auseinanderzunehmen halte ich für sehr aufwändig. Da kommt es leicht zu Schimmelbildung und das darf auf keinen Fall sein. Die meisten Vollautomaten empfinde ich als zu laut. Und darüber hinaus verbrauchen sie viel Platz.

Da ist mir eine einfache Kaffeemaschine lieber. Filterkaffee schmeckt mir schon immer gut, daher finde ich die Zubereitung mit einem Filter am besten. Früher filterte ich von Hand, heutzutage genieße ich den Service einer Filtermaschine. Sie erlaubt mir ein Weggehen, während sie den Kaffee brüht. Die italienische Kaffeekultur mit Cappuccino & Co. genieße ich in Italien, zuhause brache ich das alles nicht. Meine erste Kaffeemühle bekam ich übrigens zu meiner Hochzeit geschenkt.

Welchen Kaffeemoment werden Sie nie vergessen?

Wir verbrachten unseren Urlaub gerne bei unserer englischen Verwandtschaft. Dort gab es nur eine Tee- und keine Kaffeekultur. Deshalb begab ich mich vor Ort auf die Suche nach guten Kaffees. Meinem Mann gefiel das gar nicht, da er sich nicht immer Zeit für eine Kaffeepause nehmen wollte. Als wir eine Versteigerung bei Sotheby's besuchten, bestand ich wie so häufig auf meinen Kaffee.

„Also gut“, sagte mein Mann und begleitete mich. Als wir zurückkamen, bemerkte er, dass sein gewünschtes Objekt inzwischen versteigert war. Oje, das war schlimm ... In eine ähnliche Situation gelangten wir am Flughafen kurze Zeit später. Gott sei Dank hatten wir dort Glück und erreichten den Flug noch rechtzeitig – trotz Kaffeepause!

Mit wem und wann trinken Sie am liebsten Kaffee?

Leider ist mein Mann verstorben, sodass ich keinen regelmäßigen Kaffeepartner mehr habe. Ich trinke meinen Kaffee aber auch gerne alleine und genieße ihn in Ruhe. Wenn ich unterwegs bin, brauche ich zwischendurch immer meinen Kaffee. Meine Töchter amüsieren sich darüber, aber mittrinken tun sie immer gerne. (Lächelt verschmitzt)

An was denken Sie, wenn Sie Kaffee riechen?

An die Speicherstadt in Hamburg. Wenn der Kaffee in den Containern angeliefert wird, rieche ich die große, weite Welt. Die Vorstellung, dass ein Café diesen Kaffee frisch röstet, finde ich toll. Leider komme ich nicht so oft nach Aßling in die Kaffeerösterei Martermühle. Viel öfter bin ich in Hamburg und von dort kenne ich den Röst- und Kaffeeduft sehr gut.

Ihr Geheimtipp für das beste Café im Ausland?

Hmm ... da weiß ich den Namen nicht. Ich entdeckte das Café bei einer Reise nach Südengland. Wie bereits erzählt, besuchten wir dort ab und zu unsere Verwandtschaft. England ist bekannt für Tee, nicht für Kaffee. Mir fiel es schwer, dort guten Kaffee zu finden. Denn statt Kaffeepause rief meine Schwägerin zur berühmten „Tea-Time“. Irgendwann nahm ich mir dann meinen Kaffee selbst mit und zeigte den Engländern die deutsche Kaffeekultur.

Auf den Ausflügen entdeckte ich dann dieses hübsche Café, von dem ich leider keinen Namen weiß. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, denn wir kehrten bei typisch englischem Wetter ein (also Regen ohne Ende). Die leckere Tasse Kaffee mit einem Schuss Tia Maria rettete mir den Tag! Das Café war typisch englisch eingerichtet mit antiken Möbeln und nostalgischem Geschirr. Und dort gab es tatsächlich nicht nur Tee, sondern eben auch Kaffee!

Wie sieht Ihr Lieblingskaffeebecher aus? (ggf. mit Foto)

Ich trinke nicht so gerne aus Bechern. Mir schmeckt Kaffee einfach besser aus Tassen. Meine Lieblingstasse ist eine hübsche Rosenthal-Kaffeetasse. Wenn die ganze Kaffeetafel mit diesen Tassen und der passenden Kaffeekanne samt Zubehör eingedeckt ist, freue ich mich über den schönen Anblick. Denn das Auge trinkt ja bekanntlich mit!

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