"Mensch Kaffee" mit Sally Birkmeier

Sally ist Kreditanalystin bei einer großen Bank. Sie arbeitet mitten in München, wohnt aber seit einiger Zeit im Landkreis Rosenheim, gute 20 Minuten Autofahrt von der Martermühle entfernt. Unseren Kaffee kauft sie in den umliegenden REWE-Märkten, in unserer Rösterei war sie bisher noch nicht. „Das muss ich aber unbedingt mal machen“, sagt sie. Da sich Sallys Familie aus Dresden für das Thema Kaffee interessiert, denkt sie an eine gemeinsame Führung in der Rösterei. Ihrem Vater schenkte sie unseren Kaffee aus Guatemala-Lampocoy und bereitete ihm damit eine große Freude.

Da der Weg zur Arbeit nach München weit ist, muss Sally früh aufstehen. Ihr Job ist anspruchsvoll und herausfordernd. Klar, dass sie sich dann auf eine Tasse Kaffee freut. Viel Zeit für Kaffeepausen oder gemütliche Meetings mit einer Kaffeetasse in der Hand gibt es nicht. Aber den Luxus, Kaffee zu kochen, gönnt sie sich trotzdem. „Dabei kann ich herrlich entspannen. Alleine der Duft des Kaffeekochens tut mir gut“, schwärmt sie. In unserem Interview verrät sie uns ihre persönlichen Vorlieben zum Thema Kaffeekultur.

"Mensch Kaffee" Folge 17

Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?

Ich trinke meinen Kaffee am liebsten mit Milch, ohne Zucker, in einer etwas größeren Tasse. Ab und zu trinke ich einen Espresso, den trinke ich dann ohne Milch und Zucker. Am Nachmittag trinke ich auch gerne einen Cappuccino. Früher habe ich viel Latte Macchiato getrunken, aber heutzutage vertrage ich den aufgrund der vielen Milch nicht mehr so gut. Mir ist es wichtig, dass der Kaffee mild schmeckt. Bitterer, dunkel gerösteter Kaffee schmeckt mir nicht.

Wie viele Tassen trinken Sie pro Tag?

Normalerweise trinke ich 2-3 Tassen. Die sind etwas größer als normale Kaffeetassen, aber noch keine Haferl bzw. Kaffeebecher. Am Wochenende kann es auch mal mehr werden, denn mein Mann Andi setzt immer eine große Kanne Filterkaffee auf, er trinkt sehr viel Kaffee. Da er Schicht arbeitet, sehen wir uns recht selten und genießen ein gemeinsames Frühstück mit leckerem Kaffee deshalb umso mehr.

Zu welcher Uhrzeit schmeckt Kaffee am besten?

Mir schmeckt Kaffee am besten in der Früh. Zuhause trinke ich während der Woche keinen Kaffee, denn ich sehe zu, dass ich loskomme. Mit dem Auto nach Grafing zum Zug und dann weiter nach München. Den ersten Kaffee gibt es dann so gegen 8:30/9:00 Uhr im Büro. Ich freue mich jeden Morgen auf meine erste Tasse. Nachmittags trinke ich auch noch einen Kaffee, aber der ist mir nicht mehr so wichtig. Manchmal lockt mich einfach die Abwechslung im Arbeitsalltag in die Kaffeeküche. Ich setze dann in Ruhe einen Kaffee auf und genieße diese kleine Auszeit als meine persönliche Kaffeepause.

Was gehört für Sie zu Ihrer persönlichen Kaffeekultur? (z. B. Kuchen, Zigarette)

Nachmittags esse ich gerne mal etwas Süßes zum Kaffee. Und morgens natürlich das Frühstück. Manchmal kommt es vor, dass ich gleich anfange zu essen und dabei vergesse, dass ich mir schon einen Kaffee eingeschenkt habe. Ich bin dann ganz überrascht, dass die Tasse schon voll ist. Bei gutem Kaffee ist das nicht schlimm, aber minderwertiger Kaffee schmeckt mir nicht, wenn er abgekühlt ist.

Welches Kaffeezubehör benötigen Sie für Ihre persönliche Kaffeekultur?

Zuhause kochen wir unseren Kaffee mit einer Filtermaschine. So mag ich ihn inzwischen am liebsten. Ich besitze noch eine alte Siebträgermaschine, mit der ich gelegentlich einen Espresso zubereite. Die Maschine bekam ich schon mit ca. 18 Jahren, das ist lange her! Sie funktioniert immer noch, aber der Druck der Maschine ist für Milchschaum zu gering. Deshalb benutze ich einen separaten Milchaufschäumer. Theoretisch könnte man in den Siebträger auch Pads einlegen, aber das mache ich nicht. Auch Kapseln kaufe ich aufgrund des Müllaufkommens nicht.

Welchen Kaffeemoment werden Sie nie vergessen?

Als besonderes Erlebnis im Zusammenhang mit Kaffee fällt mir mein halbjähriger Aufenthalt in New York ein. Ich fühlte mich damals wie eine New Yorkerin, wenn ich mit meinem Coffee-to-go-Becher Richtung Central Park schlenderte. Damals (und zum Teil auch heute noch) war es üblich, immer einen Kaffeebecher in der Hand zu halten. Nachhaltigkeit und Plastikvermeidung waren damals in  New York noch kein großes Thema und die Bequemlichkeit schien in dieser schnelllebigen Metropole zu siegen. Meinem Mann Andi fiel sofort auf, wie hektisch das Leben dort im Vergleich zu unserem natürlichen, bodenständigen Leben ist.

Mit wem und wann trinken Sie am liebsten Kaffee?

Ich trinke einen Kaffee sehr gerne in Gesellschaft. Wenn wir mit der Familie am Samstag in Ruhe frühstücken, ist es wunderbar gemütlich. Auch mit einer Freundin trinke ich gerne eine gute Tasse Kaffee. Wenn schlechtes Wetter ist, setze ich mich auf mein Sofa, nehme ein Buch und genieße in Ruhe meinen Kaffee. Wenn unsere Katze noch dazukommt, ist es besonders kuschelig!

An was denken Sie, wenn Sie Kaffee riechen?
Oh, das ist schon ein toller Geruch! Es riecht heimelig, irgendwie gemütlich. Ich liebe es, eine Packung Martermühle-Kaffee zu öffnen und den frischen Kaffee zu riechen. Oder auch den frisch aufgebrühten Kaffee: Das ist wirklich ein Genuss!

Ihr Geheimtipp für das beste Café im Ausland?

Tolle Cafés entdeckte ich bei meinem Urlaub auf Island. Dort gibt es zahlreiche tolle Plätze, sehr idyllisch und oft inmitten der Natur. Die Isländer sind sehr freundlich und entspannt. In vielen Sachen wie zum Beispiel dem Design sind sie uns weit voraus. Auch die isländische Kaffeekultur spielt ganz vorne mit. Spontan fällt mir das Kaffibrennslan101 ein. Die Namen sind kaum auszusprechen und blieben mir nicht so gut im Gedächtnis. Der tolle Kaffee allerdings schon!

Wie sieht Ihr Lieblingskaffeebecher aus?

Meine Lieblingstasse ist etwas größer als eine normale Kaffeetasse und von Ib Laursen. Ich finde skandinavisches Design super, da schmeckt mir der perfekte Kaffee gleich noch besser!

Themen: Kaffeeklatsch