Angela Wowra | 30.07.2018

"Mensch Kaffee" mit Ulli Sick

Interview-Ulli

Als erste Mitarbeiterin unserer Rösterei kennt Ulli Sick die Martermühle von Anfang an. Die beiden Röstmeister Peter Vit und Ralf Heincke suchten eine Arbeitskraft für einen einzigen verkaufsoffenen Vormittag. Das war im Jahr 2011. Es folgte ein zweiter Vormittag und ein kleiner Online-Shop. Ulli erinnert sich gut daran, wie groß die Freude war, als sie die ersten drei Päckchen zur Post fahren durften. Heute kennt man die Martermühle über die regionalen Grenzen hinaus und Ulli übernimmt inzwischen die Produktionsleitung.

Sie trägt die Verantwortung für eine Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte sowie für zwei Aushilfen. Neben Urlaubsplanung, Bestellungen und Sonderkunden arbeitet sie eng mit den vier Außendienstlern zusammen. Inzwischen beliefert die Kaffeerösterei über 300 Märkte und Online-Kunden aus ganz Deutschland. Kein Wunder, dass eine Menge zu tun ist. Vor einigen Jahren wogen die Mitarbeiter noch jede Tüte mit der Hand ab. Heute helfen moderne Maschinen, aber nichts läuft automatisch ab.

Trotz einiger technischer Hilfsmittel trägt die Martermühle die Beschreibung „Manufaktur“ weiterhin zu Recht. Jede Kaffeetüte wird einzeln per Knopfdruck abgefüllt und zugeschweißt. Jede zehnte Tüte muss kontrolliert und dokumentiert werden. Der Kaffee wird auf Wunsch und per Hand gemahlen und persönlich verpackt. Das übernehmen weder Maschinen und Roboter.

 „Mensch Kaffee“, Folge 15:

Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?

Ich trinke meinen Kaffee am liebsten schwarz. Eine große Tasse Filterkaffee ohne Milch und Zucker. Nachmittags trinke ich im Sommer ab und zu einen Eiskaffee, Latte Macchiato oder Milchkaffee dagegen liebe ich nicht so sehr. Naja und ein guter Espresso schmeckt immer, aber er muss richtig geröstet sein.

Wie viele Tassen trinken Sie pro Tag?

Das kommt darauf an, welche Tassen gemeint sind. Ich trinke normalerweise aus ganz großen Tassen. Wenn ich das runterrechne auf normale Kaffeetassen, komme ich auf 6-8 Tassen pro Tag. Die vertrage ich gut und genieße sie in vollen Zügen!

Zu welcher Uhrzeit schmeckt Kaffee am besten?

Mir schmeckt Kaffee frühmorgens am besten. Jeden Morgen freue ich mich auf meine erste Tasse Kaffee. Ich stehe freiwillig eine Stunde früher auf, nehme mir die Tageszeitung und genieße den Kaffee in aller Ruhe. Am liebsten auf der Terrasse, auch wenn es kühler ist. Dann ziehe ich einen dicken Pullover an und mache es mir gemütlich. Ich höre den Vögeln zu, lese meine Zeitung und genieße den Kaffee. Das ist für mich der optimale Start in den Tag und meine persönliche Kaffeekultur.

Was gehört für Sie zu Ihrem Kaffee? (z. B. Kuchen, Zigarette)

Das kommt darauf an. Wie gesagt gehört für mich morgens die Zeitung dazu. Auch ein Buch ist ein herrlicher Begleiter zum Kaffee, wenn ich die Zeit dafür finde. Wenn wir in der Martermühle Kaffeepause machen, esse ich gerne eine Kleinigkeit zum Kaffee, gemeinsam mit meinen Kollegen.

Welches Kaffeezubehör benötigen Sie für Ihre persönliche Kaffeekultur?

Oh das ist nicht wenig ... Im Laufe der Zeit sammelt sich immer mehr an, denn ich sitze ja an der Quelle. Wenn wir für die Martermühle neues Zubehör einkaufen, probiere ich es gerne aus und bilde mir selbst ein Urteil. Für den täglichen Gebrauch nehme ich eine Kaffeemaschine mit integrierter Kaffeemühle. Gemahlenen Kaffee kaufe ich selten, denn ich mahle Kaffee immer frisch. Selbst für den Urlaub kaufte ich vor Kurzem eine Handmühle, denn auch hier ist mir die richtige Kaffeezubereitung wichtig.

Ich probierte mehrere Kaffeemaschinen aus, bevor ich die richtige fand. Mein Anspruch ist inzwischen natürlich hoch, denn ich beschäftige mich täglich mit dem Thema Kaffee kaufen. Seit ein paar Wochen besitze ich auch eine Siebträgermaschine mit externer Kaffeemühle. So können wir auch zuhause einen perfekten Espresso genießen. Darüber hinaus besitze ich Stempelkannen, Bialettis, eine Kaffeepad-Maschine, einen Sowden-Kaffeezubereiter, einen Keramik-Kaffeefilter und einen Goldfilter. Ui, da kommt eine Menge zusammen! Und das ist noch nicht alles:

Wenn man wie ich mit 15/16 Jahren anfängt, viel und gerne Kaffee zu trinken, ist das kein Wunder. Selbst im Studium hatte ich schon eine Kaffeemaschine mit integrierter Kaffeemühle. Ich kaufte für meinen Mann mal eine Siebträger-Maschine, als er unter der Woche auswärts wohnte. Dieser Siebträger steht jetzt als festes Inventar in unserem Wohnwagen. Ach und als letztes fällt mir noch ein Spezial-Wasserkessel ein. Er verfügt über einen extra langen Ausgießer, damit man das Wasser perfekt aufgießen kann.

Welchen Kaffeemoment werden Sie nie vergessen?

Da muss ich nicht lange überlegen. Als ich nach einem Nachtdienst nachhause kam und zur Uni musste, setze ich mir schnell einen Kaffee auf. Dann ging ich duschen und bemerkte nicht, dass ich kein Filterpapier eingelegt hatte. Als ich vom Duschen zurückkam, sah ich die Riesen-Sauerei … Da ich nun keine Zeit mehr für den Kaffee hatte, holte ich mir unterwegs einen Kaffee in einer Bäckerei. Der schmeckte leider überhaupt nicht und bleibt mir ewig in Erinnerung.

Mit wem und wann trinken Sie am liebsten Kaffee?

Ich trinke sehr gerne in der Früh einen Kaffee. Entweder alleine oder zusammen mit meinem Mann. Toll finde ich es, wenn spontaner Cappu-Besuch kommt. Meine Freundinnen dürfen einfach zu mir in den Garten kommen, ohne Anmeldung. Das sind oft die schönsten Besuche.

An was denken Sie, wenn Sie Kaffee riechen?

An Urlaub! Wir fahren meistens mit unserem Wohnwagen in Urlaub und richteten die Küche speziell für den perfekten Kaffeemoment ein. Was gibt es Schöneres, als im Urlaub einen guten Kaffee zu trinken und die Seele baumeln zu lassen?
Manchmal denke ich bei Kaffeeduft allerdings auch an Arbeit. Sicherlich gibt es schlimmere Arbeitsplätze als eine Kaffeerösterei. Aber auch hier muss gearbeitet werden und das nicht wenig. Denn nicht nur wir schätzen guten Kaffee und erstklassige Kaffeekultur.

Ihr Geheimtipp für das beste Café im Ausland?

Den Namen weiß ich leider nicht mehr, aber es war in Rom. Den besten Espresso bekamen wir in einer kleinen Kaffeebar ganz in der Nähe vom Trevi-Brunnen. Wir entdeckten das Café in einer kleinen Seitenstraße, wo normalerweise keine Touristen hinkommen. Der Espresso dort schmeckte sehr lecker und nicht bitter. Die meisten Italiener lieben eine dunklere Röstung als wir es mögen, aber dieser Espresso war vorzüglich.

Wie sieht Ihr Lieblingskaffeebecher aus?

Mir schmeckt Kaffee am besten aus Porzellantassen mit feinem Rand. Ich trinke nicht gerne aus Keramik oder Kaffeebechern. Meine Lieblingstasse ist aus meinem Hutschenreuter-Kaffeeservice. Hochwertiges, weißes Bone-China, weiß mit einer stilisierten blauen Kornblume darauf. Die Größe von 0,4 Litern ist perfekt für meinen Lieblingskaffee!

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