Reisebericht Guatemala

Noch überwältigt von den vielen Eindrücken und mit einem erheblichen Schlafdefizit möchte ich Ihnen von meiner neuesten Kaffee-Reise berichten:

Meine Reise in das Kaffeeland Guatemala

Wir bieten in unserer Rösterei zwei exklusive Kaffees aus Guatemala an. Sie begeistern unsere Kunden mit ihrer Fülle, den kräftigen Aromen und der harmonischen, leichten Säure. Ich wollte dieses ausgesprochen gute Kaffeeland erleben, die Plantagen und ihre Kaffeebauern kennenlernen. Am liebsten würde ich dort einen neuen Kaffee für Sie entdecken und mitbringen! Total motiviert und voller Vorfreude begab ich mich auf die Reise nach Guatemala.

Nach 26 Stunden Anreise ohne Schlaf wunderte ich mich über mich selbst: Das muss eine besondere Leidenschaft sein, sich diesen Strapazen auszusetzen – nur um Kaffeekirschen zu sehen! Leider war mir nur eine knappe Woche vergönnt, denn die Röstmaschine zuhause wartete…

Mit 7 Stunden Zeitverschiebung kam ich übermüdet in Guatemala City an. Alleine in einer fremden Welt. Da ist es nicht immer einfach, sich zurechtzufinden. Fremde Sprache, fremde Kultur, fremdes Leben. So blieb ich lieber erstmal in der Nähe des Hotels und konnte mich von den Flugstrapazen erholen.

Die anderen Röster trudelten langsam ein, allerdings nur die Hälfte der geplanten Gruppe. Die anderen verpassten den Anschlussflug in Panama und wir starteten mit nur 5 Leuten. Der Rest der Gruppe kam nach und wir trafen uns erst bei der Plantage in Antigua. Hier in Guatemala ist das normal: Verspätungen, Improvisieren, Warten. Eine Reise nach Plan und Uhrzeit, das ist wohl typisch deutsch. Eine Dame unserer Gruppe vermisste ihren Koffer die ganze Reise über…

Vorbildliche Kaffeeproduktion in Antigua

Wir besuchten drei weltbekannte Kaffeeanbaugebiete. Zuerst wohnten wir in der restaurierten Villa von Don Hans, einem Kaffee-Baron in Antigua. Der koloniale Prachtbau und der wunderschöne Garten begeisterten uns. Don Hans zeigte uns die Kaffeeplantage inklusive Aufzucht, Produktion und Aufbereitung. Er führt sein Unternehmen wie wir es in Deutschland kennen, bestens organisiert und strukturiert.

Don Hans Familie pflegt engen Kontakt zu Deutschland und spricht perfekt Deutsch. Auf seiner Plantage läuft alles wie am Schnürchen und er steckt viel Liebe und Fachwissen in die Aufzucht. Zum Beispiel pfropft er empfindliche Arabica-Pflänzchen auf Robusta-Pflanzen, um sie widerstandsfähiger zu machen. Da Kaffee ein wertvolles Gut in Guatemala ist, bewachen Sicherheitsleute die Plantage.

Auf der Suche nach dem neuen Lieblingskaffee

Die nächste Station lag im Gebiet Nuevo Oriente. Hier liegt die Kaffeeplantage Lampocoy. Wir lernten die Kaffeeproduktion in ihrer ursprünglichsten Form kennen und der Gegensatz zu Don Hans Plantage könnte nicht größer sein. Die abenteuerliche Anfahrt in Jeeps führte uns durch eine umwerfend schöne Landschaft. Ich kann mir vorstellen wie schwierig es ist, die Ernte zu transportieren, wenn die Wege aufgrund gewaltiger Regenmassen nicht passierbar sind.

Die Menschen in Lampocoy sind sehr arm. Sie leben in Hütten und führen ein einfaches Leben. Kleinbäuerlich, ohne Luxus und inmitten der Natur. Neben Bohnen, Mais und Bananen finden wir in jedem Garten Kaffee. Dethlev Cordts gründete vor einigen Jahren das Lampocoy-Kaffeeprojekt. Seine Frau Milvia ist hier geboren und ihre Familie lebt vom Kaffeeanbau. Dethlev erkannte die exklusive Qualität des Kaffees und baute den Kontakt zu Deutschland auf. Durch den direkten Handel können die Bauern langfristig planen und investieren. Dafür liefern sie uns allerbeste Qualität.

Die Nachbarplantage unseres Weihnachtskaffees

Die dritte Plantage, die wir besuchten, liegt am Atitlán-See und heißt Pachuj. Sie liegt neben der Plantage Pampojilà, von der wir 2016 unseren Weihnachtskaffee bezogen. Die Kaffeebauern arbeiten sehr sorgfältig und legen viel Wert auf nachhaltigen Anbau. Mischkultur, genügend Abstand zwischen den Kaffeepflanzen, Verzicht auf künstliche Dünger usw. Das ist hier alles selbstverständlich und bringt einen Spitzenkaffee hervor.

Die Kaffeebohnen der Plantage Pachuj und der fruchtbare Vulkanboden sehen sehr vielversprechend aus. Momentan ernten die Kaffeebauern die Kirschen dort und so konnte ich den Kaffee noch nicht verkosten. Deshalb bestellte ich mir eine kleine Menge für eine Proberöstung, sobald die Bauern den Kaffee liefern können. Ebenso von einem Mikrolot in Lampocoy, einer kleinen Plantage, die nur für uns ihren Kaffee produzieren würde.

Was ist so besonders am Kaffeeland Guatemala?

Das Land des ewigen Frühlings bietet für den Kaffeeanbau beste Bedingungen. Viele Niederschläge, morgens Tau und häufiger Nebel, und trotzdem immer warm und ausreichend Sonne. Die Kaffeepflanzen reifen in Ruhe stressfrei heran und bilden so ihr unverwechselbares Aroma. Obwohl Guatemala in den Tropen liegt, wurde es abends deutlich kälter als 15°C. Das ist für die Kaffeekirschen optimal, denn sie mögen keine Hitze.

Die Kaffeekirschen reifen über einen Zeitraum von mehr als zehn Monaten in einer Anbauhöhe zwischen 1.000 und 1.500m heran. Die nach wie vor aktiven Vulkane reichern den guten Boden weiter mit Nährstoffen an. Diesem Umstand verdankt der Kaffee sein unvergleichliches Aroma: Ausgewogen, mit großer Fülle und vollem Körper.

Besonders beeindruckt hat mich die sorgfältige Aufbereitung in Guatemala. Wir sahen verschiedene Arten der nassen Aufbereitung. Auffällig war, dass die Arbeiter die Kaffeekirschen überall mehrmals selektierten und kontrollierten. Die Kaffeebauern beobachten ihre Kaffeekirschen und finden immer wieder neue kreative Möglichkeiten, um die besten Bohnen zu produzieren. In Lampocoy wird zum Beispiel ein neuer Trocknungsbereich gesucht. Da die Plantagen oft weit oben am Hang liegen, ist es nicht so einfach, einen geeigneten Platz zu finden.

Ich habe in Lampocoy und Pachuj Kaffeebohnen der jetzigen Ernte zum Proberösten bestellt und bin sehr gespannt darauf. Vielleicht ist ja unser nächster Kaffee aus Guatemala dabei? 

Inzwischen können Sie unseren derzeitigen Guatemala-Kaffee und den Kaffee aus Lampocoy probieren!

 

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