„Single Origin“ oder „Blend“? Wie bitte?

Ist „Single Origin“-Kaffee das einzig Wahre – oder darf es auch ein „Blend“ sein? Diese Begriffe lesen wir oft im Zusammenhang mit Kaffeeproduktion. Aber worum geht es hier?

Kaffee wird mittlerweile gehandelt wie guter Wein. Kein Wunder. Er hat viel mehr Aromen im Gepäck, als sein beschwipster Konkurrent. Kam es früher bei der Kaffeeproduktion nur darauf an, ob der Kaffee zu 100 Prozent aus Arabica-Bohnen besteht, zählen heute ganz andere Faktoren. Zum Beispiel woher er stammt, wie er aufbereitet wurde und ob er z. B. UTZ-zertifiziert (ein Programm und Gütesiegel für nachhaltigen Anbau von Agrarprodukten) ist. Aber woran erkennen wir hochwertigen Kaffee? Hat der Trend zur Sortenreinheit seine Berechtigung im Rennen um die Qualität?

Der aktuelle Trend zeigt: Immer mehr Kaffees kommen aus einem spezifischen Anbaugebiet. Sie stehen für Sortenreinheit und heißen „Spezialitätenkaffees“ oder „Single Origin“. Viele Kaffeeliebhaber schwören darauf. Dennoch sind die gängigsten Kaffees eine Kombination verschiedener Sorten.

Wir erklären, was es mit diesen Mischungen auf sich hat. Und ist die Sortenreinheit bei der Kaffeeproduktion wirklich alles?

Zwei starke Typen: „Single Origin“ und „Blend“

Beim Blick auf die Lage der Kaffeeländer fällt vor allem eines auf: Sie sind stets um den Äquator angesiedelt. Grund dafür sind die hervorragenden Anbaubedingungen – allen voran das ausgeglichene, warme Klima ohne extreme Temperaturschwankungen.

Brasilien ist derzeit der weltweit größte Kaffeelieferant und produziert knapp ein Drittel des gesamten Kaffees auf dem Weltmarkt. Danach folgen die Anbauländer Vietnam, Kolumbien und Indonesien. Auch Costa Rica, Äthiopien und Indien sind wichtige Lieferanten für die Kaffeeproduktion.

Je nach Anbaugebiet und Sorte weist der Kaffee ein eigenes Aromaprofil auf – von leicht blumig bis kräftig würzig. Durch das Mischen der Bohnen unterschiedlicher Regionen entstehen neue, ausgewogene und harmonische Geschmacksprofile: die sogenannten „Blends“. Wer hingegen die spezifischen Eigenschaften einer einzelnen Kaffeesorte und Region herausschmecken möchte, trinkt vorzugsweise „Single Origin“ -Kaffee.

Was ist der Unterschied zwischen einem „Blend“ und einem „Single Origin“?

Ein „Single Origin“ beschreibt in der Kaffeeproduktion einen Kaffee, bei dem alle verwendeten Bohnen aus demselben Anbaugebiet stammen. Bei diesen Kaffees dürfen die Bohnen gerade nicht mit denen anderer Kaffeesorten gemischt werden. Meist werden sie schwächer geröstet als „Blends“, da so die einzelnen Geschmacksnoten besonders gut zur Geltung kommen.

Als Reinsorte (Single Origin) bezeichnet man Kaffee, der von einer einzigen Sorte stammt. Wohingegen „Blend“ für verschiedene Sorten steht, die zu einem Kaffee gemischt wurden.

Ob nun Reinsorte oder „Blend“ besser ist, darüber kann man sich sicher streiten. Manch ein Kaffeeliebhaber bevorzugt den sortenreinen Genuss, um die einzelnen Nuancen der Sorten herauszuschmecken und Röstungen besser miteinander vergleichen zu können. Andere wiederum präferieren eine Mischung von Kaffeebohnen: Um einen Kaffee zu mischen, der genau dem persönlichen Geschmack entspricht oder um ungewünschte geschmackliche Noten auszugleichen.

Ein richtig oder falsch gibt es somit nicht. Jeder kann nach eigenem Ermessen entscheiden, was er bevorzugt. Viele Röstereien bieten eigene „Blends“ an, aber natürlich kann sich jeder an seiner eigenen Mischung versuchen. Hierzu verkostet man im ersten Schritt die Sorten einzeln, um die geschmacklichen Nuancen der ausgewählten Bohnen herauszufinden. Wir von der Kaffeerösterei Martermühle sind Ihnen gerne dabei behilflich, Ihre individuelle Kaffeebohne zu finden.

Was bedeutet „Single Origin“ in der Kaffeeproduktion?

Einen "Single Origin" bezeichnet man auch als sortenreinen Kaffee. Er stammt aus einem bestimmten Anbauland, einer Kooperative oder sogar von einer einzelnen Farm. Um diesen Titel tragen zu können, dürfen die Bohnen nicht mit denen anderer Regionen oder Kaffeeländer gemischt werden. Dadurch bekommt jede dieser Kaffeesorte ihr spezifisches Geschmacksprofil mit individuellen Aromen.

Und davon gibt es viele. An die 800 verschiedenen Aromen kann eine einzelne Bohne entwickeln. Die Skala reicht von zitrisch über beerig und floral bis zu nussig, schokoladig oder karamellig – um nur wenige Beispiele zu nennen.

Wie entsteht ein „Single Origin“?

Der „Single Origin“ drückt einen hohen Qualitätsstandard aus. Bei der Kaffeeproduktion eines „Single Origins“ werden nur die besten Bohnen einer Ernte ausgewählt. Sie stammen zumeist aus den kühlen Hochlandregionen. Dort herrschen Wachstumsbedingungen, die die Kaffeekirschen langsam heranreifen lassen.

Diese hohe Qualität wird bei der Kaffeeproduktion auch im Ernteverfahren weitergeführt: Picking – so bezeichnet man das Ernten. Das heißt, nur reife Bohnen werden vom Strauch gepflückt und weiter verarbeitet. Beim Stripping hingegen werden unterschiedlich reife Bohnen vom ganzen Ast abgestreift – welche der Qualität eines „Single Origins“ nicht entspräche.

Um einem „Single Origin“ die spezifischen Charaktereigenschaften herauszukitzeln, werden die Bohnen bei der Kaffeeproduktion in der Regel weniger stark geröstet als bei „Blends“. So reflektieren die sortenreinen Bohnen mit ihrem unverwechselbaren Aromaprofil das Land, aus dem sie stammen.

Kenianische Sorten zum Beispiel zeichnen sich durch saftig süßliche Aromen aus. Äthiopischer Kaffee hat oft florale und fruchtige Noten von Steinobst oder Beeren. Südamerikanische Kaffeebohnen aus Brasilien oder Kolumbien weisen eher nussige oder schokoladige Aromen auf.

Was bedeutet der Begriff „Blend“ in der Kaffeeproduktion?

„Blend“ ist das englische Wort für Mischung und bezeichnet in der Kaffeeproduktion eine Mischung aus verschiedenen Kaffeesorten. Das Mischen von Kaffeesorten kann dazu dienen, den Kaffee runder zu machen. Hierzu wählt man Kaffees aus, die sich gut ergänzen und geschmacklich eine harmonische Mischung ergeben. Häufig sind in einem „Blend“ auch Kaffeebohnen verschiedener Röstgrade enthalten.

Wieso gibt es „Blends“?

„Blends“ sind die am weitesten verbreitete Form Kaffee anzubieten. Das liegt daran, dass die Kaffeeproduktion mit Mischungen einfacher ist. Der gleichbleibende Geschmack bleibt gewährleistet. Auch Kaffeebohnen derselben Sorte können sich von Saison zu Saison in ihren Aromen unterscheiden. Mit einem „Blend“ ist es möglich, die positiven Noten einer bestimmten Sorte zu betonen und die negativen mithilfe einer anderen Sorte zu überdecken.

Wie entsteht ein „Blend“?

Einen „Blend“ zu kreieren, hat etwas vom Job eines Dirigenten: Auf die richtige Komposition kommt es an. So gilt es, die richtigen Kaffeesorten zu finden. Sie sollten sich durch spezifische Eigenschaften und Geschmacksprofile gegenseitig zu einem ausgewogenen Ganzen vereinen. Das Ergebnis ist so unterschiedlich wie sein Erzeuger. Das Geschmacksprofil ist immer ausgewogen, komplex und abgerundet. Deshalb sind bei der Kaffeeproduktion die genauen Mischverhältnisse wohlbehütete Geheimnisse in der Kaffeeindustrie.

Die Qualität eines „Blends“

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Individualität groß geschrieben wird. Kein Wunder, dass der Trend momentan in Richtung „Single Origin“ geht. Zu Unrecht, wie wir finden.

Grundsätzlich ist zu sagen: Der Geschmack von „Single Origin“-Kaffees und „Blends“ mag unterschiedlich sein, muss sich qualitativ aber nicht unterscheiden! Es gibt eine Vielzahl hervorragender „Blends“. Entscheidend ist, woher der Kaffee kommt. Fragen Sie den Händler oder Röster Ihres Vertrauens. Ein guter Kaffeehändler kann diese Frage immer beantworten.

Kaffee aus dem Supermarkt ist selten ausführlich beschrieben. Bedenken Sie auch: Je mehr Kaffeesorten eine Mischung enthält, desto schneller ähneln die Blends einander im Geschmack. Der individuelle Eigengeschmack der einzelnen Kaffeesorten geht bei Blends leichter verloren. So wird Kaffee austauschbar.

Fazit:

Beide haben ihre Stärken – der „Single Origin“ wie auch der „Blend“. Gut angebaut, aufbereitet und geröstet, haben beide Kaffeevarianten ihren Reiz. Es kommt auf Ihren persönlichen Geschmack an.

Wenn Sie ein würziges, schokoladig-nussiges Aroma bevorzugen, probieren Sie mal unseren Kaffee Aßlinger Mischung. Die hohe Qualität der Mischung überzeugt auch Profis: Die Deutsche Röstergilde zeichnete die Mischung mit der Gold-Medaille aus.

Themen: Kaffeebohnen
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