Wer trinkt entkoffeinierten Kaffee und was schmeckt oder schmeckt nicht daran?

Kennen Sie das: ohne den morgendlichen Schub Koffein werden wir nicht richtig wach. Koffein stimuliert die Sinne und macht munter. Es ist unser Retter vor dem "Suppenkoma" nach dem Mittagessen und dem Leistungsknick am Nachmittag. Wenn erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration gefragt sind, greifen wir gerne zur rettenden Tasse Kaffee.

Kaffee enthält Koffein, das in geringer Dosierung stimulierend wirkt. Es wirkt anregend auf die Psyche, auf den Antrieb und auf die Konzentration, und es beseitigt den Anflug von Müdigkeit. Aber, wie bei so Vielem gilt auch hier: In Maßen, nicht in Massen. Man sagt, dass vier Tassen Kaffee pro Tag kein Problem darstellen. Im Gegenteil: sie wirken sich positiv auf Gesundheit und Konzentration aus.
Nicht zu unterschätzen ist der sogenannte Placebo-Effekt: sogar der Genuss von entkoffeiniertem Kaffee kann dazu führen, dass wir uns fit und leistungsfähig fühlen. Wer kurzfristig aufmerksamer und leistungsfähiger sein will, hilft mit einer Tasse Kaffee nach. Dabei muss dieser Kaffee noch nicht mal Koffein enthalten.

Koffein ist nicht gleich Koffein

Wie viel Kaffee ist denn nun gut für uns? Das liegt am jeweiligen Koffeingehalt.

Beim Filterkaffee ist dieser je nach Menge und dem Anteil der Robustabohnen deutlich höher als beim Espresso. Hier rauscht bei der Zubereitung das Wasser in ca. 30 Sekunden durch das Kaffeemehl, während das Filtern von Kaffee 2-3 Minuten dauert.

Entscheidend für den Koffeingehalt im Kaffee ist die Kaffeebohne: so enthält die Robustabohne etwa doppelt so viel Koffein wie die Arabicabohne. Unterschiede im Koffeingehalt entstehen auch durch verschiedene Zubereitungsarten des Kaffees.

Die Empfindung, Espresso sei stärker als Filterkaffee und ist koffeinreicher, täuscht. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich bei dieser Art der Zubereitung mehr Aromastoffe lösen als bei Filterkaffee. Espresso enthält weniger Bitterstoffe als Filterkaffee und wir empfinden ihn daher oft als bekömmlicher.

Wie gesund ist entkoffeinierter Kaffee?

Entkoffeinierter Kaffee ist für das Herz schädlicher als koffeinhaltiger. Der Koffeinfreie kann im Gegensatz zu normalem Kaffee den Spiegel bestimmter Blutfette erhöhen. Das betrifft den LDL-Cholesterinwert, dessen Anstieg das Risiko von Herz- und Gefäßleiden vergrößert. Eine amerikanische Studie belegt das. Wenn Sie Wert auf eine gesunde Ernährung legen, schließt das den koffeinfreien Kaffee also nur bedingt mit ein.

Verschiedene Zubereitungsarten des Kaffees verstärken den positiven Effekt auf die Gesundheit: so z.B. treibt gefilteter Kaffee den Cholesterinspiegel nicht nach oben. Die Inhaltsstoffe Cafestol und Kahweol, die zum Anstieg des "schlechten" LDL-Cholesterin führen können, bleiben im Papierfilter zurück.

Für wen eignet sich besonders gut entkoffeinierter Kaffee?

Für nicht wenige Kaffeegenießer ist entkoffeinierter Kaffee eine echte Alternative. Manche Menschen vertragen Kaffee aus unterschiedlichen Gründen nicht so gut. Weil sie zum Beispiel Koffein langsamer abbauen und deshalb bei spätem Kaffeegenuss lange nicht einschlafen können. Oder weil ihr Magen empfindlich auf Kaffee reagiert, der durch das enthaltene Koffein, die Säure und das Öl die Beweglichkeit des Magens anregt. Grundsätzlich muss aus medizinischen Gründen nur sehr selten auf Kaffee verzichtet werden.

Entkoffeinierter Kaffee eignet sich vor allem für diejenigen, die eine Koffeinunverträglichkeit haben. Das kommt sehr häufig vor. Viele Menschen erkennen das nicht, dass sie unter einer Allergie bzw. Unverträglichkeit leiden. Zittern, Schweißausbrüche, Herzrasen oder ein gereizter Magen können darauf hindeuten. Schwangeren wird von zu viel koffeinhaltigem Kaffeegenuss abgeraten. Wer zu hohen Blutdruck hat, sollte mit Koffein zurückhaltend umgehen. Ebenso wer mit Herz oder Magen Probleme hat.

Was ist entkoffeinierter Kaffee und enthält dieser wirklich kein Koffein?

In erster Linie wird diesem Kaffee das Koffein entzogen. Unterschiedliche Verfahren werden hier eingesetzt, um der Kaffeebohne das Koffein zu entziehen. Die Entkoffeinierung der Kaffeebohne erzielt jedoch eine Nebenwirkung, welche in diesem Fall tatsächlich gewünscht ist: Die Vorbehandlung mit Wasser entzieht der Kaffeebohne Reiz- und Bitterstoffe, die Magen, Galle und Leber belasten können.

Die Gesetze in Europa schreiben vor, dass in gerösteten Bohnen bei entkoffeiniertem Kaffee weniger als 0,1% Koffein enthalten sein darf. Der internationale Standard dagegen ist großzügiger, hier dürfen die gerösteten Bohnen bis maximal 3,0% Koffein enthalten (Verordnung über Kaffee, Kaffee- und Zichorien-Extrakte).
Da die Arabica Bohne von Natur aus nur sehr wenig Koffein enthält, eignet sie sich am besten für die Entkoffeinierung. Deshalb verwenden wir in der Kleinrösterei Martermühle 100% Arabica Bohnen für unseren entkoffeinierten Kaffee

Wie schmeckt entkoffeinierter Kaffee?

Ob Sie nun Kaffee mit oder ohne Koffein trinken möchten, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Schmecken muss er! Auch bei koffeinfreiem Kaffee wünschen wir uns intensiven Geschmack und ein volles Aroma. Beides hängt stark vom Entkoffeinierungsverfahren ab: hier gibt es unterschiedliche Methoden.

Kaffee aus dem Supermarkt ist in den meisten Fällen mit dem Lösungsmittel Dichlormethan behandelt. Geschmack und Aroma gehen bei diesem Verfahren größtenteils verloren. Bisher ist nicht geklärt, ob das Lösungsmittel Dichlormethan tatsächlich ungesund oder sogar krebserregend ist. Eine aufwendigere, aber garantiert unschädlichere Entkoffeinierungsmethode ist das chemiefreie CO2-Verfahren. Dieses Verfahren wird vor allem bei Bio-Kaffee angewandt.

Unser entkoffeinierter Bio-Kaffee stammt aus Mexiko. Mexiko ist vorbildlich beim Bio-Kaffeeanbau und die Kaffeebauern verzichten hier auf Chemie und hüten ihre Umwelt. Um diese gute Qualität nicht zu beeinträchtigen, haben wir uns für das chemiefreie CO2-Verfahren entschieden. Dabei bindet sich ausschließlich das Koffein an das Kohlendioxid (CO2). Reiner Wasserdampf löst das Koffein schonend und entzieht es ohne Chemie. Somit bleibt der gute Geschmack und das Aroma des Kaffees erhalten und Sie bekommen den reinen Genuss!

Schon unseren BIO-Kaffee Mexiko entkoffeiniert probiert? Wenn Sie den Geschmack etwas intensiver mögen, versuchen Sie einfach mal BIO-Espresso Mexiko. Voller Geschmack und feines Aroma bei wenig Säure.

Fazit: Weniger Koffein gleich weniger Geschmack?

Hier scheiden sich die Geister: die einen bezeichnen entkoffenierten Kaffee als „Blümchenkaffee". Sie haften ihm ein eher altbackenes Image an und stellen ihn geschmacklich sehr in Frage. Die wahren Kenner dagegen wissen, worauf es ankommt bei entkoffeiniertem Kaffee: Sie achten darauf, dass der Kaffee von höchster Qualität ist. Und dem Kaffee das Koffein in einem schadstofffreien, schonenden Verfahren entzogen wird. Wie in der Kaffeerösterei Martermühle.

Lösung: Guter entkoffeinierter Kaffee!

Bild: fotolia/Kitja 

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