Angela Wowra | 19.08.2018

Wie man seine eigene Kaffeepflanze züchtet

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Kaffeepflanzen sehen wir nicht nur auf Kaffeeplantagen, sondern auch als Zimmerpflanze in vielen deutschen Haushalten. Immer mehr Kaffeeliebhaber kultivieren ihr eigenes Kaffeepflänzchen und erfreuen sich an deren Wachstum. Ob sie allerdings genug Früchte ernten können, um ihren eigenen Kaffee zu rösten, ist fraglich. Wir geben Ihnen im Folgenden einige Tipps, damit das empfindliche Pflänzchen gut bei Ihnen zuhause gedeiht.

Frei wachsende Kaffeepflanzen findet man in tropischen sowie subtropischen Gegenden. Sie erreichen Wuchshöhen bis zu 9 m, wenn man sie nicht beschneidet. Unsere klimatischen Bedingungen eignen sich nicht dafür, eine Coffea-Pflanze ganzjährig im Freien zu kultivieren. Deshalb holen Sie die Pflanze im Winter ins Haus oder halten Sie sie ganzjährig als Zimmerpflanze. Dann kann sie sogar einen Meter und mehr erreichen.

Wie wachsen Kaffeepflanzen?

Junge Kaffeepflanzen wachsen einstämmig und enwickeln sich später zu kleinen Büschen. Die im gesunden Zustand glänzenden, ovalen Blätter erreichen eine Länge von bis zu 13 cm und eine Breite von bis zu 6 cm. Mit etwas Glück bilden sich nach einigen Jahren die ersten Blüten. Diese erinnern an unsere weißen Jasminblüten und duften herrlich. Aus diesen Blüten entstehen die Früchte der Kaffeepflanze – die Kaffeekirschen. Das dauert mehrere Monate und bedarf Geduld. Die meisten Kaffeekirschen beginnen mit einer grünen Farbe, färben sich dann gelb und sind im reifen Zustand rot. Nun können Sie die Kaffeebohnen freilegen.

Was braucht eine Kaffeepflanze?

Die Coffea benötigt sonnige Standorte, jedoch reagiert sie empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung. Deshalb sollten Sie die Pflanze vor der Mittagssonne schützen. Optimal eignet sich ein Platz an einem Ost- oder Südfenster. Stellen Sie die Kaffeepflanze im Sommer gerne ins Freie, wenn die Temperaturen über 20°C liegen. Vorzugsweise an einen halbschattigen Platz. Bei kälteren Temperaturen holen sSe die Pflanze ins Haus, damit sie sich keine Kälteschäden holt. Im Winter benötigt sie eine Temperatur von mindesten 15°C, ansonsten wirft sie ihre Blätter ab.

Sorgen Sie neben Helligkeit zusätzlich für eine hohe Luftfeuchtigkeit. In Kaffeeländern herrscht viel Nebel und Feuchtigkeit und der Kaffeestrauch braucht ähnliche Bedingungen, um sich wohlzufühlen. Wir empfehlen, die Pflanze regelmäßig mit kalkfreiem Wasser zu besprühen. Das sorgt für die benötigte Luftfeuchtigkeit und fördert das Wachstum. Als Pflanzerde empfehlen wir ein luftiges und durchlässiges Substrat. Vermeiden Sie auf alle Fälle Staunässe! Bewährt hat sich eine Mischung aus Kakteen- oder Rhododendronerde, unter die Sie Blähton, Lavagranulat oder Perlite mischen. Auf den Boden des Pflanzgefäßes legen Sie zuvor eine Drainage aus Kies oder Tonscherben.

Wie pflegt man eine Kaffeepflanze?

Die Coffea neigt zu starker Wurzelbildung. Deshalb empfehlen wir, die Pflanze alle zwei bis drei Jahre umzutopfen. Am besten geht das im zeitigen Frühjahr nach der Winterruhe. Das Umtopfen funktioniert wie bei jeder anderen Pflanze: Legen Sie zuerst in jedes Pflanzgefäß eine Drainage, s.o.. Danach füllen Sie das Gefäß bis zur Hälfte mit Substrat und Erde und nehmen die Kaffeepflanze vorsichtig aus dem bisherigen Pflanztopf. Setzen Sie die Pflanze in die Mitte des neuen Gefäßes, drücken die Erde leicht an und gießen Sie den Wurzelballen gründlich. Am besten mit weichem Regenwasser, die Coffea mag kein kalkhaltiges Wasser.

Bitte den Wurzelballen während der Vegetationsphase immer feucht halten, aber bitte unbedingt Staunässe vermeiden! Während der Winterruhe brauchen Sie den Kaffeestrauch nur so viel zu gießen, dass er nicht verdurstet. Während der aktiven Zeit (März- September) sollten Sie die Kaffeepflanze alle zwei Wochen düngen, gerne mit Flüssigdünger. Von Oktober bis Februar brauchen Sie nicht mehr zu düngen. Organische Dünger eignen sich hervorragend und leisten gleichzeitig einen Beitrag für die Umwelt. Wenn Sie beobachten, dass die Pflanze Richtung Sonne wächst, wenden Sie sie wöchentlich.

Wie schneidet man eine Kaffeepflanze?

Wenn Ihre Kaffeepflanze gut gedeiht, ist es bald an der Zeit für den ersten Schnitt. Dieser trägt dazu bei, dass die Pflanze nicht wuchert. In freier Natur erreichen Kaffeesträucher an die zehn Meter, so hoch ist Ihre Zimmerdecke sicherlich nicht! Ziel ist deshalb ein kontrolliertes Wachstum für einen vollen, buschigen Wuchs. Der richtige Zeitpunkt ist im zeitigen Frühjahr. Später behindern Sie den neuen Austrieb und damit das Wachstum. Benutzen Sie scharfes und sauberes Werkzeug. Schneiden Sie immer so, dass das Sonnenlicht gleichmäßig auf die Pflanze fällt. Schneiden Sie zu lange Triebe oberhalb eines Blattknotens ab und bringen Sie den Busch in Form. Nur wenn die Pflanze Blätter abgeworfen hat und kahle Triebe aufweist, sollten Sie alle Triebe tief abschneiden (der sogenannte Radikalschnitt)

Kennen Sie Kaffeerost? Das ist ein Pilz und der große Feind der Kaffeebauern. Nicht selten befällt er eine ganze Plantage und richtet riesige Schäden an. Gott sei Dank ist dieser Pilz in Deutschland kein Problem. Sollten Sie Schildläuse entdecken, passen Sie auf! Die kleinen Tierchen schädigen die Kaffeepflanze teilweise sehr stark. Sie treten besonders bei zu geringer Luftfeuchtigkeit auf, kontrollieren Sie die Pflanze deshalb regelmäßig und bekämpfen Sie die Schädlinge rechtzeitig. Ein Besprühen der Pflanze ist sinnvoll, da sie auch über die Blätter Feuchtigkeit aufnimmt.

So ziehen Sie Ihre eigene Kaffeepflanze

Am einfachsten ist es, ein fertiges Pflänzchen zu kaufen. Sie können nämlich nicht nur Kaffee kaufen, sondern auch Kaffeepflanzen. Ich entdeckte neulich sogar welche im Baumarkt. Die braucht man dann nur großzuziehen wie jede andere Pflanze. Wenn Sie jedoch ein eigenes Pfänzchen ziehen möchten, ist das auch nicht schwer. Sie benötigen dafür passendes Saatgut, das bedeutet rohe Kaffeebohnen. Am besten gelingt die Anzucht mit einem Kern, frisch aus der Kirsche entnommen. Es funktioniert aber auch mit Kaffeebohnen, die in der Hosentasche getrocknet sind und eine Zeitlang vergessen wurden. Das ist mir mit Kaffeebohnen aus Guatemala passiert.

Vielleicht bringen Sie auch Kaffeebohnen von dem Besuch einer Kaffeeplantage mit? Ansonsten erhalten Sie die Samen im Fachhandel. Legen Sie die Samen für 24 Stunden in warmes Wasser und drücken sie anschließend 1-2 cm tief in die Erde. Ein Samen pro Topf! Gießen Sie die Kaffeebohne gut an und halten sie stets feucht, am besten mit Regenwasser. Die Feuchtigkeit hält sich gut, wenn Sie die Töpfe mit Plastik umhüllen. Beachten Sie die Wärmevorliebe der Pflanzen (22-25°C), keine direkte Sonneneinstrahlung. Es dauert 4-8 Wochen, bis das Saatgut anfängt zu keimen. Bei einer Höhe von ca. 5 cm entfernen Sie die Abdeckung und behandeln die Pflänzchen wie ausgewachsene Exemplare.

Vermehrung der Kaffeepflanze durch Stecklinge

Sie können eine Kaffeepflanze auch mithilfe von Stecklingen vermehren. Hierfür schneiden Sie im Frühsommer ca. 20 cm lange Mitteltriebe ab. Entfernen Sie von den bestenfalls leicht verholzten Trieben alle Blätter bis auf das obere Blattpaar. Füllen Sie die Pflanzgefäße mit Anzuchterde und setzen in jedes Gefäß einen Steckling. Gießen Sie ihn mit kalkarmem Wasser und halten Sie ihn feucht. Gut geeignet für den Erhalt der Feuchtigkeit ist die Umhüllung mit Plastik. An einem warmen Standort bilden sich nach einigen Wochen die ersten Wurzeln. Ab nun gelten die Reglen wie oben beschrieben.

Wenn bei Ihnen die Kaffeepflanzen gut wachsen, können Sie sich bald an einigen Kaffeekirschen erfreuen. Aber erwarten Sie nicht zu viel. Erfreuen Sie sich an dem Anblick, aber erwarten Sie keinen Reichtum an Früchten. Dazu sind unsere klimatischen Bedingungen nicht geschaffen. Überlassen Sie den Rohbohnen-Einkauf lieber uns. Wir kennen uns aus und kaufen nur die besten Kaffeebohnen ein. Diese rösten wir dann für Sie, sodass Sie bei uns sehr leckeren Kaffee kaufen können. Wenn Sie mehr über uns erfahren möchten, schauen Sie hier: www.martermuehle.de

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