Warum Arabica nicht alles ist

Gute Qualität, voller Geschmack, weniger Koffein – Kaffeebohnen der Sorte Arabica gelten als beste Wahl. Aber Vorsicht: Wer sich beim Kauf auf Packungen mit dem Aufdruck „100% Arabica“ beschränkt, droht einiges zu verpassen.

Arabica-Bohnen sind gut, Robusta-Bohnen sind böse. Mit diesem Leitsatz im Kopf verlassen viele Menschen ihr erstes Kaffeeseminar. Auch in Büchern, Blogs oder Röstereien preisen Experten die Vorzüge von Bohnen der Sorte Arabica und warnen vor Problemen der Sorte Robusta. Und grundsätzlich stimmt es ja. Arabica-Bohnen sind anspruchsvoller, aber oft auch hochwertiger. Ihr Anbau funktioniert erst ab einer Höhe von etwa 600 Metern über dem Meeresspiegel. Dafür gelten ihre Aromen als komplexer und ihr Koffeinanteil als geringer.

Im Vergleich dazu sind die Robusta-Bohnen widerstandsfähiger. Sie gedeihen auch im Flachland und eignen sich so besonders für den industriellen Massenanbau. Entsprechend liegt ihre Qualität oft unter dem Level der aufwendig kultivierten Arabica-Bohnen. Und dennoch gilt: Wer beim Kauf nur auf den „100% Arabica“-Aufdruck achtet, schränkt sich unnötig ein. Schlimmer noch, er droht tolle Kaffeeerlebnisse zu verpassen.

Ein Herz für Robusta

Denn dass sich Bohnen der Sorte Robusta gut für den Massenanbau eignen, bedeutet nicht, dass sie grundsätzlich nur mittelprächtige Qualität liefern können. Im Gegenteil: Sorgsam kultiviert können sie mit eigenen Stärken überzeugen. So bildet Espresso aus hochwertigen Robusta-Bohnen oft deutlich mehr Crema und schmeckt besonders intensiv – typisch sind etwa erdige Aromen und kräftige Karamellnoten.

Espressos verleihen sie einen leicht bitteren Geschmack, wie er etwa in Italien üblich ist. Entsprechend haben Espressomischungen in Südeuropa fast immer einen großen Robusta-Anteil. Abgesehen vom Geschmack verstärkt der höhere Koffeingehalt den Hallo-Wach-Effekt. Während Arabica-Bohnen in der Regel über 0,8 bis 1,4 Prozent Koffein verfügen, liegt dieser Wert bei Robusta-Bohnen zwischen 1,7 und 4 Prozent.

Neben seiner belebenden Wirkung auf den Menschen schützt das Koffein die Pflanzen vor Krankheiten, Pilzen und Schädlingen. Überhaupt sind die Robusta-Kaffeebäume wahre Überlebenskünstler. Hohe Temperaturen können ihnen ebenso wenig anhaben wie kräftige Niederschläge. Ihre Wurzeln sind sogar auf großzügige Wasserversorgung angewiesen.

Aus diesem Grund kommen den Pflanzen die Witterungsbedingungen in Westafrika oder Südostasien entgegen. Mit etwas Übung können übrigens auch Kaffeeeinsteiger die beiden Sorten mit bloßem Auge unterscheiden: Robusta-Bohnen verfügen über einen geraden Einschnitt, bei Arabica-Bohnen ist dieser geschwungen.

Die Mischung macht’s

Packungen mit sortenreinen Robusta-Bohnen stehen eher selten im Regal. Stattdessen setzen Röster auf so genannte Blends. Sie mischen Robusta-Bohnen mit Arabica-Bohnen. So können sich in einer Tüte zum Beispiel Arabica-Bohnen aus Brasilien und Indien mit Robusta-Bohnen aus Vietnam befinden.

Dabei müssen verschiedene Bohnen keinesfalls den Kaffee verderben. In ausgewogenen Blends sorgen sie für faszinierende Balance unterschiedlicher Aromen. Außerdem gewährleisten die Mischungen einen stabilen Geschmack. Während sortenreine Arabica-Mischungen oft ähnlich wie Wein von Jahrgang zu Jahrgang ihre Aromen ändern, liefern die Blends verlässliche Geschmacksbilder.

Allerdings sollten die Bestandteile des Blends transparent sein. Beim Kauf lohnt es sich also darauf zu achten, dass auf der Verpackung klar ausgewiesen ist, welche Bohnen verwendet wurden. Anderenfalls besteht zumindest der Verdacht, dass der Hersteller die Blend-Bezeichnung nutzt, um minderwertige Bohnen unterzumischen.

Arabica allein bedeutet wenig

Selbst auf Discounter-Packungen für 1,99 Euro prangt zuweilen das Lable „100% Arabica“. Alleine hat diese Bezeichnung wenig Aussagekraft. Schließlich entscheidet nicht zuletzt die Röstung über die Qualität. Werden die Bohnen – wie in der Industrie üblich – in wenigen Minuten bei Temperaturen über 500 Grad schockgeröstet, hilft es nichts, wenn es sich dabei um Arabica-Bohnen handelt.

Auf diese Weise werden die Bohnen außen verbrannt und innen bleiben sie roh – ihr Geschmack ist im besten Fall flach. Auch hier gilt: Je genauer die Packung ausweist, wo die Arabica-Bohnen herkommen, desto vertrauenswürdiger der Röster und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Qualität stimmt.

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Aber warum nicht gleich einmal einen Espresso-Blend mit Robusta-Bohnen probieren? Zum Beispiel den „Espresso Glory Halleluja“ der Kaffeerösterei Martermühle. Die verwendeten Robusta-Bohnen aus Kamerun und die Arabica-Bohnen aus Brasilien sorgen gemeinsam für eine wahre Geschmacksexplosion. Hier können Sie den „Espresso Glory Halleluja“ online bestellen: "Espresso Glory Halleluja".
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Themen: Kaffeebohnen
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