Der Bohnen-Check

Verpackungen können viel versprechen: Ob die Kaffeebohnen den Angaben entsprechen, steht auf einem anderen Blatt. Genau das erkennen Profis an bestimmten Merkmalen. Ein Überblick.

Edelste Auswahl! Perfekte Röstung! Beste Qualität! Wer im Supermarkt vor dem Regal mit den Kaffeebohnen steht, kann sich vor Superlativen kaum retten. Alle Hersteller preisen ihre Bohnen an, als die schönsten, aromatischsten und überhaupt exklusivsten. Viele Verpackungen sind vieles ­– aber ganz sicher keine Entscheidungshilfe für die Auswahl guter Kaffeebohnen. Zum Glück gibt es Merkmale, an denen jeder erkennen kann, ob die Bohnen die Versprechen auf der Verpackung halten.

Klar, nicht jeder Supermarktleiter freut sich, wenn seine Kunden vor dem Kauf die Tüte mit den Kaffeebohnen aufreißen und ihre Nase hineinstecken. Aber zumindest zu Hause können wir so überprüfen, wie gut die Qualität der Bohnen tatsächlich ist – und uns einen zweiten Fehlkauf ersparen. Noch besser ist es, die Bohnen direkt bei einer Kleinrösterei zu kaufen. Dort zeigen die Röster in der Regel gerne eine Probe der jeweiligen Bohnen. Und auch aus manchen Angaben auf der Verpackung lassen sich Rückschlüsse ziehen (vor allem wenn sie fehlen). Auf diese Faktoren lohnt es sich zu achten:

Die Farbe

Kaffeebohnen sollten braun sein, für den Espresso vielleicht dunkelbraun, aber niemals schwarz. Einfacher Grund: Eine schwarze Färbung deutet auf eine Verbrennung hin – ein typisches Merkmal von Bohnen aus der Industrieverarbeitung. Dort werden sie in riesigen Mengen in wenigen Minuten bei extrem hohen Temperaturen erhitzt. Das Problem: Verbrannte Bohnen schmecken nicht nur, nunja, verbrannt. Schlimmer noch, die enorme Hitze kann Acrylamid freisetzen, eine Substanz, die wohl Krebs verursachen kann. Dazu führt die Blitz-Röstung zu einem weiteren Effekt. Außen mögen die Bohnen verbrannt sein, im Inneren sind sie oft noch grün, im ungenießbaren Rohzustand. Keine gute Kombination. Übrigens: Auch wenn nur einige Bohnen in der Tüte verbrannt sind, ist das kein gutes Zeichen.

Der Glanz

Wenn Kaffeebohnen glänzen, liegt das an ätherischen Ölen, die aus dem Inneren austreten. Zunächst sind dies normale Inhaltsstoffe. Doch wenn sie an die Oberfläche kommen, weist das darauf hin, dass die Bohnen über den so genannten „zweiten Crack“ hinaus geröstet wurden. Beim so genannten „ersten Crack“ (bei dem es in der Rösttrommel wirklich knackt) zerbersten die Zellwände der Bohnen und die Aromen können sich entfalten. Wartet der Röster bis zum „zweiten Crack“ ab, beginnt der Einbrand der Bohnen und die Öle treten aus. Je nach Geschmack kommen die glänzenden Bohnen für Espressos in Frage. Wenn aber Bohnen für Filterkaffee glänzen, stimmt in der Regel etwas nicht.

Das Röstdatum

Idealerweise liegt die Röstung der Kaffeebohnen weniger als drei Monate zurück. Lagern die Bohnen zu lange, verflüchtigen sich die Aromastoffe, der Geschmack des Kaffees verflacht. Im besten Fall weist die Verpackung das genaue Datum, zumindest aber den Monat der Röstung aus. Bei der Kaffeerösterei ist dies zum Beispiel daran zu erkennen, dass der Kunde das Mindesthaltbarkeitsdatum genau ein Jahr zurückrechnen kann. So hat er das genaue Röstdatum.

Herkunftsnachweis

Je genauer die Packung angibt, wo die Kaffeebohnen herkommen, desto besser. Schließlich hängt die Qualität der Bohnen vom Anbau ab. Im besten Fall steht auf der Verpackung deshalb, von welcher Farm oder von welcher Kooperative der Kaffee stammt. Auch Angaben zur Verarbeitung, etwa der Art der Waschung, sind ein gutes Anzeichen. Oft finden sich diese Angaben auf der Artikeldetailseite des Online-Shops. Auf genau solch eine Transparenz setzt etwa das Lable Direct Trade, das viele Kleinröstereien verwenden, darunter die Kaffeerösterei Martermühle. Beschränkt sich der Herkunftsnachweis auf grobe geographische Stichworte wie „Südamerika“ oder „Indien“ ist Skepsis angebracht.

Kalt erwischen

Wer sich immer noch unsicher ist, wie hochwertig seine Bohnen sind, kann den Kälte-Test anwenden. Einfach den Kaffee nach dem Kochen herunterkühlen lassen und dann probieren. Kaffee aus hochwertigen Bohnen schmeckt auch in diesem Zustand aromatisch, während die schwarzen Schafe ihr ungenießbares Gesicht zeigen.

Kaffee online bestellen

Wie so ein hochwertiger Kaffee konkret aussehen könnte? Zum Beispiel wie der BIO Kaffee „PachaMama“ aus Peru der Kaffeerösterei Martermühle. Angebaut und geerntet von der „Asociación de Agricultores Grano de Oro Miguel Grau“, einem unabhängigen Zusammenschluss peruanischer Kaffeebauern, erinnern die Aromen der Bohnen an Karamell, Schokolade und Gewürze. Hier können Sie den Kaffee online bestellen: „BIO Kaffee PachaMama“

Themen: Kaffeebohnen
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