Guide: Handhebel-Espressomaschine – Welche Kaffeezubereitung passt zu mir? Folge 5

1947 patentierte der Italiener Achille Gaggia die erste Handhebel-Espressomaschine. In den 60er Jahren verdrängte die elektrische Pumpe jedoch fast alle Handhebelmaschinen vom Markt. Nur Design- und Traditionsliebhaber bevorzugten weiterhin die manuelle Variante. Als bekannte Hersteller kennen wir Bezzera, La Pavioni und Gaggia. Heutzutage sind sie in anspruchsvollen Haushalten oder guten Kaffeebars  wieder zu finden – Ja, sie erleben regelrecht eine Renaissance.

Eine Handhebelmaschine arbeitet mit klassischen Bestandteilen. Mit dem großen Hebel üben Sie Druck aus, der dann dafür sorgt, dass der Espresso in die Tasse läuft. Ein wahrer Schatz für Liebhaber guter Espressi!In der Anschaffung liegen die günstigeren Varianten bei ca. 500 Euro, Sie können aber auch deutlich mehr für diese Maschinen ausgeben. Manche Hersteller versehen eine Siebträgermaschine mit einem Zierhebel, sie wirken dann wie eine klassische Handhebelmaschine.

Welche Handhebel-Espressomaschine Sie kaufen sollten, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack und Geldbeutel überlassen. Am weitesten verbreitet sind gerade im Haushaltsbereich Einkreiser, es gibt aber auch Zweikreiser und offene Wärmetauscher. Viele Maschinen verfügen über Vorrichtungen zum Milchaufschäumen für einen Cappuccino oder andere Milchmischgetränke.

Was spricht für eine Handhebel-Espressomaschine?

Eine Handhebelmaschine strahlt einen Charme aus wie keine andere Kaffeemaschine. Ein nostalgischer Hingucker und Designklassiker. Wenn man sie beherrscht, ist das Ergebnis berauschend. Bei keiner anderen Zubereitungsart ist das Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren sensibler als beim Handhebel. Die Faktoren Handarbeit und Individualität geben das besondere Gefühl, diesen Espresso selber zubereitet zu haben.

Wenn Sie eine Handebelmaschine aufschrauben, sehen Sie ein übersichtliches Innenleben. Ein Kessel, eine Heizung und ein Pressostat, der den Kesseldruck reguliert. Das ist alles. Und der Grund dafür, dass diese Maschinen deutlich kleiner und leiser als ihre Siebträger-Kollegen sind. Wer kein riesiges, brummendes Gerät in seiner Küche stehen haben möchte, sollte über eine Handhebel-Espressomaschine nachdenken.

Wie funktioniert eine Handhebel-Espressomaschine?

Den nötigen Druck i.H.v. 9 bar für Ihren Espresso üben Sie durch den Hebel mit Ihrer körperlichen Kraft aus. Das Prinzip dahinter ist simpel. Eine Wärmequelle erhitzt das Wasser und Sie steuern den Druck anschließend über den Hebel. Jetzt wissen Sie, woher die Maschine ihren Namen hat! Es gibt verschiedene Kategorien von Espressomaschinen – Diese ist die Individuellste! Wie es genau geht, lesen Sie unten bei der Zubereitung.

Welcher Kaffee ist am besten geeignet?

Im Grunde gelten die gleichen Faktoren wie bei jedem Kaffee: Frisch geröstet von einem Kaffeeröster Ihres Vertrauens und frisch gemahlen! Es lohnt sich, dafür eine Kaffeemühle anzuschaffen. Geschmacklich bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie lieber schokoladige oder fruchtige Aromen mögen. Wie bei jeder Zubereitungsart schmecken Sie den Unterschied zwischen industriellem Kaffee und einem Spitzenkaffee. Wir empfehlen Ihnen deshalb, einen guten Kaffee zu kaufen, damit sich die Mühe lohnt!

Wählen Sie für den Anfang einen Espresso mit hohem Robusta-Anteil. So ist es einfacher, eine schöne Crema zu erreichen. Sehr gut geeignet sind zum Beispiel die handgerösteten Bohnen des "Crema Roma" der Kaffeemanufaktur Martermühle. Bestellen Sie Ihren Kaffee oder Espresso online – in der Kaffeerösterei Martermühle finden Sie die passenden Bohnen: www.martermuehle.de/espresso.

Zubereitung und Mengenangaben

Bei dieser Zubereitungsmethode sind Sie Herr aller Dinge! Probieren Sie aus, wie Ihnen der Espresso am besten schmeckt. Als Richtwert empfehlen wir Ihnen 7 Gramm für einen Singleshot. Gefiltertes Wasser ist bei hartem Wasser zu empfehlen. Zum einen fördert es die Aromabildung, zum anderen vermeidet es ein zu schnelles Verkalken Ihrer guten Maschine.

Und so geht die Zubereitung mit der Handhebelmaschine:

Füllen Sie Wasser in den Kessel. Bei einigen Modellen müssen Sie dazu eine Schraube oben an der Maschine öffnen. Wenn die Maschine in Betrieb ist, kann das gefährlich werden. Mit einem Boilerdruck von 1,3 bar und einer Wassertemperatur von über 100 Grad ist nicht zu spaßen! Beachten Sie das, wenn unkundige Gäste die Maschine bedienen wollen oder Kinder in der Nähe sind. Füllen Sie den Kessel am besten vor dem Einschalten der Maschine randvoll. Manche Modelle verfügen über eine  Wasserstandsanzeige, die sehr hilfreich ist.

In nur zehn Minuten ist Ihre Maschine einsatzbereit, aufgrund der einfachen Bauweise der Handhebelmaschinen. Der Handhebel zeigt nach unten, das ist die Grundstellung. Füllen Sie Espressopulver in den Siebträger und drücken es fest an (tampen) und spannen den Siebträger ein. Indem Sie den Hebel nach oben drücken, öffnen Sie die Verbindung vom Kessel zur Brühgruppe. Das heiße Wasser läuft in den Siebträger und quillt den Kaffee vor.

Jetzt liegt es an Ihnen: Drücken Sie den Hebel langsam und konstant nach unten. Nicht die Maschine, sondern SIE erstellen hier den Druck! Manche Maschinen haben eine eingebaute Feder, die Sie hierbei unterstützt. Die Feder spannt sich und zieht sich anschließend zusammen. Sie erhalten dadurch einen gleichmäßigen Druck, sind aber nicht mehr alleinverantwortlich für das Ergebnis.

Sicherlich werden die ersten Bezüge nicht sofort gelingen. Sie brauchen eine Menge Zeit und Geduld, um das Zusammenspiel perfekt zu beherrschen. Aber geben Sie nicht auf – es lohnt sich! Wichtig zu beachten ist noch, dass Sie zwischen den Bezügen etwas Zeit einplanen. Ansonsten überhitzt die Maschine leicht (s.u.). Wer den Siebträger nach dem Bezug zu schnell ausspannt, muss anschließend eventuell seine Küche putzen....

Was spricht dagegen?

Haushaltsmaschinen mit kleinen Brühgruppen erhitzen bei laufenden Bezügen schnell. Durch ihre kleinen Brühgruppen kühlen sie das Kesselwasser nur für die ersten Bezüge auf Brühtemperatur. Nach ein paar Bezügen heizt sich die Gruppe zu weit auf. Das bewirkt, dass der Kaffee bitter wird. Sie sollten deshalb nach jedem Bezug den Siebträger auskühlen lassen oder mit kaltem Wasser abkühlen.

Drucklose Kessel haben keine Überhitzungsprobleme. Der druckfreie Kessel muss die kleine Brühgruppe nicht wesentlich abkühlen und überhitzt deshalb nicht. Allerdings haben Sie ohne Kesseldruck keine Möglichkeit, Milch aufzuschäumen. Ein anderes Problem stellen Maschinen mit starken Federn dar, die im Haushalt nicht ungefährlich sind. Deshalb gibt es spezielle Handhebelmaschinen mit schwächeren Federn oder ganz ohne Feder.

Extra-Tipp: Die Handhebelmaschine sollte am richtigen Ort aufgestellt werden. Achten Sie dabei auf eine ergonomische Arbeitsweise. In italienischen Cafés stehen die Handhebelmaschine nicht selten über Kopfhöhe. So gelingt ein durchgängiges Ziehen am Hebel und Sie müssen nicht umfassen.

Sind Sie neugierig geworden auf diese besondere Zubereitungsart? Falls Sie die Möglichkeit haben, Ihren Espresso in einer Handhebelmaschine zuzubereiten, schauen Sie gerne in unseren Kaffee-Onlineshop und kaufen Sie Ihren Espresso online. Finden Sie Ihre Lieblingsbohne für den stilvollen, italienischen Espressogenuss.

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